Wussten Sie schon … ?
Historischer Schellenbaum im Rosenmontagszug 2026
Das Heimatarchiv umfasst neben Dokumenten und Fotografien zahlreiche Gegenstände aus der Ortsgeschichte, so auch einen Schellenbaum. Er zählt zu den Unikaten im Bestand und prägt die Historie der Karnevalsgesellschaft „Närrische Grielächer“ von 1902. Der Schellenbaum, in kölnischer Mundart als „Klockespill“ bezeichnet, ist ein verziertes Musikinstrument mit Glocken in Form einer Standarte.
Die „Grielächer“ stellen in der Session 1925/26 den Worringer Karnevalsprinzen. Aus diesem Anlass wird die Gesellschaft ihren Schellenbaum beim nächsten Rosenmontagszug (16. Februar 2026) erneut mitführen. Das betagte Instrument hat spannende Zeiten erlebt.
Ursprünglicher Besitzer und Nutzer war der im Jahre 1872 gegründete Kriegerverein. Dort war es u.a. Everhard Schmitz (1896-1990), im Volksmund „Muxe Eved“ genannt, der mit dem Instrument die Festumzüge dieser Vereinigung musikalisch begleitete. Die Mitglieder (Reservisten aus dem Ersten Weltkrieg) widmeten sich der Fürsorge von Kriegsgräbern, Hinterbliebenen und Kriegsopfern, der Errichtung und Pflege von Kriegerdenkmälern und Gedenkstätten sowie der Reservistenbetreuung.
Nach Auflösung des Kriegervereins nahm Everhard Schmitz den Schellenbaum in seine Obhut. Nach seinem Eintritt in die K.G. „Närrische Grielächer“ begleitete er in der Prinzensession seines Vereins den Rosenmontagszug musikalisch.
Im Laufe der Zeit veränderten die „Grielächer“ das Erscheinungsbild des Unikates und zeigen damit, wie Tradition sich wandelt. Jetzt zieren Blumen in den Gesellschaftsfarben rot-weiß-grün-gelb sowie ein Emblem mit der Abbildung des Siegels der ehemaligen Worringer Gemeinde den Schellenbaum. Wie schmuck das historische Instrument aussieht, davon können sich die Besucher des nächsten Worringer Rosenmontagstagszugs selbst überzeugen.

Erstellt :
Hans-Josef Heinz, Dezember 2025
Bearbeitet
Reinhard Zöllner, Dezember 2025
