Neusser Landstraße

Die alte und in der Römerzeit ausgebaute seit der Eingemeindung Worringens nach Köln am 1. April 1922 bezeichnete Neußer (Neusser) Landstraße ist ein Teil der über Köln nach „Nijmegen“ führenden Landverbindung. Die Strecke Fühlingen - Worringen - Dormagen wurde 1289 „strata communis“, 1350 „via ad Nussiam“, 1429 „Neysser straisse“, später allgemein als Cölnische Straße bezeichnet. Ab 1800 gab es verschiedene Benennungen: 1807 „Route de Neuss“, 1827 - 1836 Clevische Straße, 1853 Cöln-Nymwegener Straße, innerhalb des Ortes vom 17. bis 18. Jahrhundert die „Straß“, anschließend Worringer Hauptstraße, im Sprachgebrauch früher vom südlichen Ortseingang bis zur Einmündung der St.-Tönnis-Straße „Kölner Straße“ sowie der Abschnitt zwischen Pletschbach und Kirche Alt-St. Pankratius „Caféstraße“. Es ist anzunehmen, dass dort ein staatlich geregelter Kaffee-Verkauf stattfand, wo die Wallfahrer zum Antoniusfest am 17. Januar und außerdem stets die Landbevölkerung (der umliegenden Orte) zur Stärkung ihren Kaffee tranken. Von der Ecke St.-Tönnis-Straße bis zum Kurzen Damm hieß sie „Am Töönche“ (Türmchen) wegen des alten Eckturms der früheren Befestigung am Rheintor. Die Fortsetzung bis an die Dornstraße hieß „Landstraße, anschließend bis zum nördlichen Dorfausgang „An d`r Dränk“. Hier wurden zu Anfang des 19. Jahrhunderts die Pferde der vielen durchziehenden Besatzungstruppen im nahen Rhein zur Tränke geführt.                       

Die Straße ist innerhalb des Ortskernes durch eine langgezogene S-Kurve, unterschiedliche Breite sowie einen leicht ansteigenden, den der Kirche den höchsten Punkt erreichenden Hügel gekennzeichnet. Der Hügel wurde vom 15. bis zum 18. Jahrhundert Krykel-, Krickel- oder Kriekelberg genannt.

Bis zur Inbetriebnahme der sog. Umgehungsstraße am 19. Februar 1938 wurde der gesamte Durchgangsverkehr über den Teil der über Köln nach „Nijmegen“ führenden (alten) Neußer (Neusser) Landstraße geleitet. Infolge des stark angewachsenen motorisierten Verkehrs war die (alte) Neußer Landstraße als Hauptdurchgangsstraße durch den Ort dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. Bekanntlich liegt die Umgehungsstraße auf dem Rheindamm, der in den Jahren 1934 - 1937 von Merkenich bis Worringen reguliert wurde. Die Dammkrone hatte früher nur eine Höhe von ca. 1 Meter. Die Länge des Dammes beträgt 9,9 Kilometer. Durch die Regulierung und Verlegungsarbeiten am Rheindeich kamen nahezu 25 Hektar Ackerland zum Flutgebiet.

 

 Manfred Schmidt, November 2011

 Literaturquellen

 Dagmar Hötzel: „Stadtspuren Denkmäler in Köln-Worringen und Roggendorf-Thenhoven, Siedlungsgeschichte bis 1914“, Köln 2002

 Toni Jägers: „Köln-Worringen in Geschichte und Geschichten“, Köln 1985