• Was stand vor mehr als 50 Jahren über Worringen im „Fips“ ? (Januar 1960)

  • Im Fundus des Heimatarchivs befinden sich – auch für unsere Besucher zugänglich – mehrere nach Jahreszahlen gebundene Ausgaben „Rheinischer Anzeiger, Heimatzeitung für Köln-Worringen – Dormagen – Zons – Nievenheim und Umgebung.“                                          Hier eine Auswahl (Abschrift) aus dem Monat Januar 1960; wird fortgesetzt.

  • Die Erdölchemie GmbH Dormagen, deren Gesellschafter die BP Benzin und Petroleum AG und die Farbenfabriken Bayer AG zu je 50% sind, hat im Dezember 1959 ihr Stammkapital von bisher 87,5 Millionen DM auf 110 Millionen DM erhöht. Wie von der Werksleitung zu erfahren ist, schreitet der Aufbau des neuen Werkes planmäßig fort. In den Jahren 1957 bis 1959 sind bisher 190 Millionen DM investiert worden, davon allein 110 Millionen DM in 1959. Die Ausbaustufe III der Erdölchemie soll 1961 beendet sein. Dann werden insgesamt 300 Millionen DM in den Aufbau des Werkes investiert worden sein.
  • Die Anmeldungen der Schulneulinge werden vom 14. bis 16. Januar in der Jungenschule entgegengenommen. Anmeldepflichtig sind alle Kinder, die bis zum 30. Juni 1960 das sechste Lebensjahr vollenden.
  • Wie mitgeteilt wird, ist der Polizeiposten Worringen mit Polizei-Hauptwachtmeister Klöcker (Zimmermannstr. 35) neu besetzt worden. Bis zur Einrichtung eines eigenen Fernsprech-Amtsanschlusses für diesen Posten, kann die Polizei von Worringen aus telefonisch über die Polizei-Rufsäule an der Ecke St. Tönnisstrase (Mädchenschule) und Alter Neusser Landstraße angefordert werden; ferner über die Rufnummer 2751 oder im Notfall über 110.
  • Beim Standesamt wurde folgender Personenstand registriert: Geburten: Willi Jansen, Alte Neusser Landstraße - ein Sohn.
  • Die Worringer Pfarrgemeinde St. Pankratius begeht am Sonntag, 17. Januar das Fest ihres zweiten Pfarrpatrons, des Hl. Antonius. Der Festtag “Zint Tünnes“ war in früheren Jahren weit über die Grenzen Worringens hinaus bekannt. Von weither kamen die Landwirte zur Worringer Pfarrkirche um vom Hl. Antonius ihre Hilfe für Stall und Flur zu erflehen. Ihre Opfergaben legten sie am Hochaltar nieder. Von diesen vielen Sachspenden, die zu dieser Zeit einkamen, wurden die Armen des Ortes reich beschenkt. Entlang der St. Tönnistraße hatten Jahrmarktbuden Aufstellung genommen, die sich über Arbeit nicht beklagen konnten. Heute wird dieser Festtag nur noch mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche begangen.
  • Im Pokalkegeln der Worringer Kegelklubs hat sich nach dem zweiten Durchgang folgender Spielstand ergeben: „Gut Holz“ führt mit 1.351 Holz vor „Hä waggelt“ mit 1.338 Holz. Es folgen „Unger uns“ mit 1.332 Holz, „Immer Doosch“ mit 1.320 Holz, die „Kniesbüggele“ mit 1.293 und die „Kölle Pooz“ mit 1.247 Holz.
  • Das Union Theater zeigt u.a.: „Heimweh, Stacheldraht und gute Kameraden“ mit Marianne Koch und Wolfgang Preiss sowie „Der sympathische Hochstapler“ mit Jerry Lewis und Dean Martin.
  • Der BV 27 wählte im Lokal Josef Matheisen einen neuen Vorstand. Das Amt des Vorsitzenden war seit Monaten verwaist. Die Versammlung wählte Johann Schmitz zum Vorsitzenden, ihm zur Seite stehen Rudi Krause als Zweiter Vorsitzender, Heinz Krechel als Geschäftsführer, Peter Jansen als Kassierer, Jakob Sturm als Zweiter Kassierer, Hein Worbs, Jugendleiter, Hermann-Josef Schmitz als Zweiter Jugendleiter sowie Peter Wirtz und Josef Först als Obmänner und Spielausschuss. Schmitz appellierte an die Unterstützung aller Vereinsmitglieder, ansonsten würde er sein Amt im Sommer wieder zur Verfügung stellen.
  • Anton Daubenbüchel, Holz- und Baustoffgroßhandel, sucht einen kräftigen Lagerarbeiter.
  • Große Verzögerungen sind beim Kanalbau an der Alten Neusser Landstraße in Worringen eingetreten. Schon seit Monaten ist auf dem Straßenstück von der Elkemannstraße bis zum Kurzen Damm kein bemerkenswerter Fortschritt festzustellen, viel weniger auf dem Straßenstück von der Elkemann- bis zur St. Tönnistsraße. Nicht nur die Geschäftsleute, die durch die Bauarbeiten Verluste hinnehmen müssen (die Straße ist gegenwärtig wie ausgestorben), sondern auch die Worringer Karnevalisten würden sich freuen, wenn diese Arbeiten bald zu Ende geführt würden. Gerade dieser Straßenabschnitt wird nämlich für den Worringer Rosenmontagszug dringend benötigt.

       Erstellt:   Horst Winter – Heimatarchiv Worringen e.V.

Heimatarchiv Worringen verlängert Öffnungszeiten

 

Anlässlich der Ausstellung „1.200 Jahre Christentum in Worringen“ und aufgrund der früh einsetzenden Dunkelheit in den Wintermonaten, hat das Heimatarchiv beschlossen, die Öffnungszeiten mittwochs bis zum 06. Februar 2019 um zwei Stunden von 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr zu verlängern. Hiermit kommt das Heimatarchiv besonders älteren Menschen und denen entgegen, die ungern im Dunkeln das Haus verlassen möchten.

         


1.200 Jahre Christentum in Worringen
Ökumenischer Gottesdienst und Sonderausstellung gut besucht

Seit vielen Monaten stand Manfred Schmidt, Mitarbeiter im Heimatarchiv Worringen unter Volldampf, denn er hatte sich viel vorgenommen, als er nach der Feststellung, dass das Christentum in Worringen bereits seit 1.200 Jahren Bestand hat, eine Sonderausstellung zu installieren. Im Rahmen seiner Recherchen zu dem im Worringer Fronhof geborenen Pfarrer Josef Marxen, der 1946 in Albanien ermordet wurde, entstand die Idee einer gemeinsamen ökumenisch konzipierten Veranstaltung mit allen in Worringen vertretenen christlichen Gemeinden. Alle Gespräche im Vorfeld mit den Pfarrern der katholischen Kirche (Thomas Wolff), und der evangelischen Kirche (Volker Hofmann-Hanke) sowie dem Bezirksältesten der neuapostolischen Kirche (Bernd Skoppek), verliefen positiv und die Veranstaltung wurde von allen Kirchengemeinden unterstützt.
Geplant und letztendlich am 11.11.2018 durchgeführt, wurden ein ökumenischer Gottesdienst, eine Infoveranstaltung zu Pfarrer Marxen im St.-Tönnis-Haus und eine anschließende Ausstellung im Heimatarchiv zum Thema „1.200 Jahre Christentum in Worringen“.Der ökumenische Gottesdienst in St.Pankratius war der Beginn der gemeinsamen Veranstaltung und obwohl kurz vorher noch ein Kindergottesdienst zum Martinsfest gehalten wurde, füllte sich die Kirche erneut mit zahlreichen Gläubigen aller drei vertretenen Konfessionen. In ihren Grußworten zum Gottesdienst betonten die Pfarrer Wolff und Hofmann-Hanke, sowie  Bezirksältester Skoppek ihren gemeinsamen Willen zur Ökumene. Herr Skoppek von der neuapostolischen Gemeinde, hatte anlässlich dieser Veranstaltung erstmals Kontakt zu seinen Worringer Priesterkollegen und er legte großen Wert auf das „gemeinsame Christ sein“ und den „interreligiösen Dialog“. Der Gottesdienst zur Mittagszeit wurde dann auch gemeinsam gehalten; incl. der Fürbitten aller drei Konfessionen.Nach dem Gottesdienst trafen sich die drei Kirchengemeinden im St.-Tönnis-Haus zu einem Referat von Frau Dr. Cäcilia Giebermann, der Großnichte des 1946 ermordeten Pfarrers Josef Marxen. Untermalt von Fotos aus dem albanischen Dorf, in dem Pfarrer Marxen seine Gemeinde betreute, berichtete Dr. Giebermann aus dem Leben und Wirken des in Albanien sehr beliebten Priesters. Zahlreichen Einwohnern war er mehr als nur Priester und aufgrund seines steten Einsatzes für die Bedürftigen, erhielt er große Unterstützung aus der Bevölkerung, als die Kommunisten nach Abzug der Deutschen Wehrmacht das Kommando in Albanien übernahmen. Aber auch die Hilfe der Einheimischen reichte nicht aus und so wurde Pfarrer Marxen nach langer Gefangenschaft am 16. November 1946 in der Nähe von Tirana erschossen aufgefunden.


Nach vielen Jahren der Spurensuche, pflegt Frau Dr. Giebermann nun regelmäßig den Kontakt zum Heimatdorf ihres Großonkels, der dort nach wie vor sehr beliebt ist. In ihrem Buch „Josef Marxen – Missionar in Albanien – Eine Spurensuche“ beschreibt Dr. Giebermann das Leben und Wirken des 2016 selig gesprochenen Pfarrers Josef Marxen. Den Anwesenden stellte sie ein Bücherkontingent, mit der Bitte um eine kleine Spende, zur Verfügung. Ebenfalls gegen eine Spende zu erwerben, waren Stickereien und Handarbeiten von Frauen aus dem Dorf in Albanien, dass diese aus Dankbarkeit der ursprünglichen Heimat ihres Pfarrers zur Verfügung stellten. Alle Einnahmen aus den Spenden werden von Frau Dr. Giebermann an Bedürftige der albanischen Gemeinde weiter gegeben. Nach einem kleinen Imbiss, begann mit der Ausstellung im Heimatarchiv der dritte Akt der Veranstaltung. Hier hatte Manfred Schmid, unterstützt von den Kirchengemeinden und weiteren Helfern, eine Ausstellung über die Geschichte des Worringer Christentums auf die Beine gestellt, die alle Besucher mehr als überraschte. Zahlreiche Fotowände und Vitrinen mit historischen Aufnahmen und religiösen Ausstellungstücken, u.a. eine 300 Jahre alte Kirchenbank, nahmen die Besucher mit Interesse zur Kenntnis. Eingebettet in die Ausstellung, war die Übergabe eines neuen Fotokalenders durch Geschäftsführer Guido Stephan von der Antoniter Siedlungsgesellschaft, der in Zusammenarbeit mit dem Heimatarchiv aufgelegt wurde. Hier werden dreizehn historische Fotos des 800 Jahre alten Fronhofes gezeigt und dieser Kalender ist ab sofort für 5,- € als Spende zu erwerben.
Ebenfalls in der Ausstellung, ein besonderes Unikat, eine Fahne aus Albanien, die Mutter und Tochter zeigt, die von den Dorfbewohnern von Pfarrer Marxen an seine Großnichte übergeben wurde. Frau Dr. Giebermann übergab diese Fahne, incl. der Schenkungsurkunde an Pfarrer Thomas Wolff zum Verbleib in der katholischen Kirchengemeinde.
Manfred Schmidt als Organisator der Ausstellung, zeigte sich von der Resonanz begeistert und dankte allen Unterstützern und Helfern. In seinen Grußworten ging er sehr intensiv auf die Geschichte des Worringer Christentums ein und wusste viele Dinge zu berichten, die selbst vielen Mitgliedern der Kirchengemeinden bisher unbekannt waren. Worringen wurde erwiesenermaßen erstmals im 12. Jahrhundert beurkundet. Die Übertragung der Worringer Vogtei des Grafen Gerhard IV. von Jülich nach seinem Tod an den Kölner Erzbischof, wird auf das Jahr 1143 datiert. Mit einer Urkunde Kaiser Friedrich I. Barbarossa von 1153, bekräftigte dieser auf der Reichsversammlung zu Worms, dass der Kölner Erzbischof Arnold II. von Wied, noch als Domprobst von Erzbischof Arnold I. die „villa worunch“ für 100 Mark erworben habe. Die schriftliche Ersterwähnung einer Worringer Pfarrkirche stammt aus dem Jahr 1274. Im Wert- und Zinsverzeichnis des Kölner Kirchengutes wird diese an 5. Stelle genannt, was für ein hohes Alter spricht. Es folgten noch zahlreiche Informationen, die den Rahmen einer Berichterstattung sprengen würden, und es kann allen Interessierten nur empfohlen werden, die Sonderausstellung zum Thema „1.200 Jahre Christentum in Worringen“ zu besuchen. Die Sonderausstellung ist bis zum 06. Februar 2019 im Heimatarchiv Worringen, Breiter Wall 4, zu besichtigen. Ständige Öffnungszeiten sind mittwochs von 17.00 bis 19.00 Uhr.  Gruppen können auf Anfrage beim Heimatarchiv gesonderte Führungen anmelden.

Heimatarchiv November 2018
Bericht: Jakob Mildenberg


 

Heimatarchiv stellt Fronhof-Fotokalender 2019 vor

 

Antoniter-Siedlungsgesellschaft stiftete 100 Kalender


Im Rahmen der Festlichkeiten und der Ausstellung “1.200 Jahre Worringer Christentum” im Heimatarchiv Worringen, konnte Vorsitzender Jupp Heinz den Geschäftsführer der Antoniter Siedlungsgesellschaft, Herrn Guido Stephan sowie die Pressereferentin, Frau Susanne Hermanns, begrüßen. Die Antoniter Siedlungsgesellschaft fungiert als Eigentümer und Vermieter des Worringer Fronhofes und hat mit der Unterstützung des Heimatarchivs einen sehr sehenswerten Kalender mit historischen Fotos des 800 Jahre alten Worringer Fronhofs erstellt. Im Worringer Fronhof wurde auch Pfarrer Josef Marxen, dem anlässlich der Ausstellung besonders gedacht wurde, am 02. August 1906 geboren und dort lebte er als Kind auch drei Jahre. Als kleines Dankeschön für die Unterstützung, wurden dem Heimatarchiv 100 Exemplare des Kalenders 2019 zur Verfügung gestellt, der ab sofort für lediglich 5,- € in den nachfolgenden Vorverkaufsstellen erhältlich ist: 

Heimatarchiv, Breiter Wall 4

Getränke Adam, St.-Tönnis-Str. 134

Raumausstattung Wirtz, Hackenbroicher Str. 8

Friseurteam Angelo Sabella, Hackenbroicher Str. 66

Jakob Mildenberg

12.November 2018

Heimatarchiv Worringen                                                                                                    

Öffnungszeiten Heimatarchiv: Mittwochs 17:00 – 19:00 Uhr

www.heimatarchiv-worringen.de

   

 

Worringer Heimatarchiv sucht Fotos aus Worringen

Führungen durch Worringen weiterhin im Angebot

 

Der Vorstand des Heimatarchivs Köln-Worringen ist stets bemüht, das Leben in Worringen in Schrift und Bild zu dokumentieren und ist aus diesem Grunde permanent auf der Suche nach historischem, aber auch aktuellem Fotomaterial. Gesucht werden alte und neuzeitliche Fotos von Worringer Gebäuden, Straßenzügen, Objekten, Geschäfte (ggfs. mit Einrichtungen), Feierlichkeiten, Karneval, Theateraufführungen und Gaststätten, mit oder ohne Gäste. Auch Fotos aus der Natur im Worringer Umfeld, wie von der Rheinaue, dem Worringer Bruch oder auch vom Worringer Frohnweiher. Bürger, die derartige Fotos besitzen und diese zur Verfügung stellen möchten, wenden sich bitte an den Vorstand des Worringer Heimatarchivs.

Ferner bietet der Vorstand auch künftig Führungen im historischen Ortskern an, die für Gruppen ab 15 Personen zum Preis von 5,- € pro Teilnehmer angeboten werden. Diese Führungen sind besonders bei Anlässen wie Klassentreffen, Famlienfeiern etc. sehr beliebt, insbesondere auch, weil sich die Referenten der Führungen stets viel Mühe geben und neben den allgemeinen Informationen auch mit viel Wortwitz zum Thema begeistern.

Bei Interesse an den Führungen bitte Kontakt zum Vorstand des Worringer Heimatarchivs aufnehmen (Telefon: 0221-785678 oder 0221-784850 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). 

 

Jakob Mildenberg

Worringer Heimatarchiv