Feldpost Serie

Im Worringer Heimatarchiv sind ca. 10.000 Fotografien aus unterschiedlichen Zeitepochen und Themenbereichen digitalisiert. Aus diesem Bestand veröffentlichen wir in einer fortlaufenden Serie  Feldpostkarten  von Worringer Kriegsteilnehmern aus dem 1 Weltkrieg.

 

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Feldpost-Karte Jüterbog 30.12.14

Fräulein Traudchen Dünnwald

Worringen bei Köln Neußerstr. 85

 

L. Traudchen! Deinen Brief habe ich dankend erhalten. Von den   Weihnachtstagen habe ich nicht viel gefühlt. Es geht mir sonst noch gut was ich auch von Dir hoffe.

 Sei dann herzlich gegrüßt von Deinen Caspar.

 Brief folgt.

 

 

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Feldpost

An Musketier Oberzier

Landsturm Batl. No. 27 Rekruten Depot

Xanten/Rh. ?? d. 31/5 1915

 

         Lieber Bruder! habe von meiner Frau erfahren lieber Heinrich,

         das Du auch in Norwegen gewesen bist. Hoffentlich war noch

         alles gesund. Pass bloß auf, mit deinem krummen Knochen.

         Wie gefallen dir die Gesichter auf dieser Karte. Hoffentlich kennst

         Du welche davon. Wenns gut geht, werde ich auch so Mitte Juni

         auf Urlaub fahren zum Gras mähen. Gr.d. Br. Peter

 

 

Auf der hintern Bildmitte Peter Oberzier

 

 

 

 

 

 

 

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Feldpost

An Herrn August Brehm

Worringen Peterstr. No.10

Cöln den 19.1.1916

 

Werthe Nachbarn! Hiermit schicke ich Euch meine Abbildung was Euch  vielleicht Freude macht. Komme Sonntag vielleicht nach Hause Gruß Heinrich Musketier H. Hüsch 1. Komp.Depot

R.I.Reg. N. 60 Cöln Bayenthal

 

Was stand vor mehr als 50 Jahren über Worringen im „Fips“ ? (Dezember 1960)

Im Fundus des Heimatarchivs befinden sich – auch für unsere Besucher zugänglich – mehrere nach Jahreszahlen gebundene Ausgaben „Rheinischer Anzeiger, Heimatzeitung für Köln-Worringen – Dormagen – Zons – Nievenheim und Umgebung.“ Hier eine Auswahl (Abschrift) aus dem Monat Dezember 1960.

  • Noch sind die Räumbagger am Werk, wird planiert und begradigt. Aber bald können die 120 Wohnungen des neuen Wohnviertels zwischen Bunderstrasse 9 und Alte Neusser Landstraße (Märchensiedlung!) bezogen werden. Bei diesen Häusern wurde eine gute Idee verwirklicht: Freie Giebelflächen wurden mit künstlerisch gestalteten Graffito-Arbeiten von Heinz Kistler geschmückt. So zieren die streitbaren „Sieben Schwaben“ mit ihrem großmächtigen Spieß eine Hauswand, ein anderer Hausgiebel zeigt die Wilhelm-Busch Gestalten Max und Moritz einschließlich des Schneiders Böck.
  • Der Kegelclub „Gut Holz“ führt auf der Bundesbahn von J. Schäfer das traditionelle Weihnachtsgänse-Preiskegeln durch. Bild: „Volle“ und „Schräg sechs“. Preise: Drei Gänse, zwei Enten und zwei Hühner.
  • Die Dramatische Vereinigung e.V. Worringen veranstaltet im Saal Lutz eine Weihnachtsfeier mit Verteilung von Gaben an Kinder der Vereinsmitglieder. Die Kleinsten der Vereinigung bringen an diesem Nachmittag das Märchenspiel „Julklapp“ zur Aufführung.
  • Die Mitglieder des Worringer Männergesangvereins unter ihrem Dirigenten Fritz Mattke erfreuen die Bevölkerung und die Patienten des Worringer Krankenhauses auf dessen Vorplatz mit vorweihnachtlichen Liedern. Vermisst wurde von allen ein öffentlicher Lichterbaum. Es wäre schön, wenn die Stadt Köln im nächsten Jahr auch den Vorort Worringen mit der Aufstellung eines Weihnachtsbaumes auf einem öffentlichen Platz bedenken würde. Ferner verschönen die Sänger am 2. Weihnachtsfeiertag die Heilige Messe um 11 Uhr mit Weihnachtsliedern.
  • Der BV 27 Worringen verlor das Rückspiel gegen den SC Hitdorf ohne seine Stammspieler Anton, Hachem, Paschek und Schumacher mit 3:1. Es war Torwart Schmitz zu verdanken, dass die Niederlage nicht höher ausfiel.
  • Stadtverordneter Arnold Zillikens freut sich über die vielen Bauprojekte, die in diesem Jahr beendet wurden. Die 120 Wohnungen der Erdölchemie wurden pünktlich bezogen, viele private Bauherren haben Mietwohnungen und Eigenheime bauen können. Am Hackhauser Weg sind einige größere Mietwohnungskomplexe begonnen worden, in Kürze werden auch die größeren Eigenheimvorhaben an der Hackenbroicherstraße verwirklicht. Zillikens erinnert aber auch daran, dass die Planungen für den Krankenhausneubau bereits in vollem Gange sind. Die in Worringen entstehenden Wohnungen werden den in der Planung befindlichen Schulbau in eine dringlichere Baustufe zwingen. Ferner wünscht sich Zillikens, dass alle geplanten Kanalisationsarbeiten zügig vorangetrieben werden. Mit solchen Hoffnungen wünscht er allen Bürgern von Worringen ein glückliches neues Jahr.

 Erstellt:   Horst Winter – Heimatarchiv Worringen e.V.

 

Worringer Heimatarchiv sucht Fotos aus Worringen

Führungen durch Worringen weiterhin im Angebot

 

Der Vorstand des Heimatarchivs Köln-Worringen ist stets bemüht, das Leben in Worringen in Schrift und Bild zu dokumentieren und ist aus diesem Grunde permanent auf der Suche nach historischem, aber auch aktuellem Fotomaterial. Gesucht werden alte und neuzeitliche Fotos von Worringer Gebäuden, Straßenzügen, Objekten, Geschäfte (ggfs. mit Einrichtungen), Feierlichkeiten, Karneval, Theateraufführungen und Gaststätten, mit oder ohne Gäste. Auch Fotos aus der Natur im Worringer Umfeld, wie von der Rheinaue, dem Worringer Bruch oder auch vom Worringer Frohnweiher. Bürger, die derartige Fotos besitzen und diese zur Verfügung stellen möchten, wenden sich bitte an den Vorstand des Worringer Heimatarchivs.

Ferner bietet der Vorstand auch künftig Führungen im historischen Ortskern an, die für Gruppen ab 15 Personen zum Preis von 5,- € pro Teilnehmer angeboten werden. Diese Führungen sind besonders bei Anlässen wie Klassentreffen, Famlienfeiern etc. sehr beliebt, insbesondere auch, weil sich die Referenten der Führungen stets viel Mühe geben und neben den allgemeinen Informationen auch mit viel Wortwitz zum Thema begeistern.

Bei Interesse an den Führungen bitte Kontakt zum Vorstand des Worringer Heimatarchivs aufnehmen (Telefon: 0221-785678 oder 0221-784850 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). 

 

Jakob Mildenberg

Worringer Heimatarchiv

 

Das Worringer Heimatarchiv sucht Personen, die in Sütterlinschrift verfasste Dokumente in die derzeitige Schreibweise umsetzen. Kontakt: H.-J. Heinz 0221-785678

Besuchen Sie das Heimatarchiv und gehen Sie auf Entdeckungsreise.