Delegation des Historischen Archiv der Stadt Köln zu Gast im Worringer Heimatarchiv

Hohen Besuch aus dem Historischen Archiv der Stadt Köln, konnten die Mitglieder des Heimatarchivs Köln-Worringen in diesen Tagen im Worringer Heimatarchiv begrüßen.

Eine achtköpfige Delegation des Kölner Stadt Archivs unter Leitung des Stellvertretenden Archivleiter, Herrn Dr. Ulrich Fischer, war zu Gast in Worringen und das Team um Dr. Ulrich Fischer zeigte sich begeistert von der Vielfalt dessen, was im Worringer Archiv so alles archiviert, ausgestellt oder dokumentiert ist. Diese Vielfalt an historischen Dingen und Unterlagen ist für einen kleinen Vorort selten und fand große Beachtung bei der Kölner Delegation.

Zustande kam dieses Treffen, weil es zwischen dem Worringer Heimatarchiv und dem Kölner Stadtarchiv seit ein paar Jahren einen Vertrag gibt, in dem geregelt ist, was mit den wichtigen und historischen Ausstellungstücken, Dokumenten, Fotos etc. geschieht, falls es das Worringer Heimatarchiv, warum auch immer, eines Tages einmal nicht mehr gibt.

Im Gegensatz zum großen Bruder in Köln, wird das Worringer Heimatarchiv ehrenamtlich geführt und betreut und dessen Zukunft ist aus diesem Grunde langfristig nicht planbar.

Für diesen Fall wurde in dem Vertrag mit dem Kölner Stadtarchiv geregelt, welche Dinge bei einer Auflösung des Worringer Archivs vom Kölner Stadtarchiv übernommen werden.

Zu Beginn der Führung, gab es kleine Vorträge der Archiv-Mitarbeiter Josef Heinz, Paul Junker, Jürgen Lange und Mathias Auweiler, in denen der Kölner Delegation die Historie des Worringer Archivs, sowie die verschiedenen Arbeitsbereiche erläutert wurden. Die anschließende Führung durch die Ausstellungsräume, der Werkstatt und dem Büro des Heimatarchivs, ließ dann seitens der Kölner Delegation Begeisterung für das Archiv und Lob für dessen Mitarbeiter aufkommen.

Abschluss des gemeinsamen Treffens war eine Ortsbegehung, die unter der Leitung von Josef Heinz und Paul Junker vom St.-Tönnis-Platz zum Fronhof und abschließend zur alten Worringer Kirche führte. Zum Ende des zweistündigen Treffens gab es seitens des Stellv. Archivleiters Dr. Fischer eine Einladung in das Historische Archiv in Köln, die von den Mitarbeitern des Worringer Heimatarchivs gerne angenommen wurde.

Das Worringer Heimatarchiv ist für die Öffentlichkeit jeden Mittwoch von 17.00 bis 19.00 Uhr zu geöffnet und zu besichtigen. Sondertermine können auf Wunsch gerne vereinbart werden.

Telefon: 0221-785678 oder 0221-784850 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

     

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Bericht und Foto: Jakob Mildenberg

Pressereferent, Heimatarchiv Worringen

Wussten Sie schon ... ?

Geschichtsdokumente - „Ein außergewöhnliches Gefäß der Römerzeit“

Fotos zum Vergrößern!

Worringen ist in Hinsicht auf seine historische Entwicklung sowie das kleinstädtische niederrheinische Gepräge einer der interessantesten Stadtteile Kölns. Aus Worringen und seiner Umgebung sind zahlreiche vor- und frühgeschichtliche Fundstellen bekannt. Eine größere Anzahl römischer Fundstellen zeugt von der Bedeutung des Ortes im 1. bis 4. Jahrhundert nach Christus. So lassen Architekturfunde die Existenz römischer Gutshöfe mutmaßen. In der Worringer Gemarkung waren mindestens zwei Gutshöfe (villae rusticae) mit kostbarer Gebäudeausstattung. Der eine lag am südlichen Innenrand des Worringer Bruchs in der Flur Eispol (Espel), der andere nördlich des Further Weges, beiderseits der Bahntrasse Köln - Neuss.


                                                     


Der Wohlstand, in dem die Besitzer dieser Anlagen lebten, machte es wahrscheinlich, dass der Reichtum nicht allein auf der Landwirtschaft beruhte. Es handelte sich entweder um begüterte römische Bürger der Provinzhauptstadt Köln - Colonia Claudia Ara Agrippinensium (kurz Colonia Agrippina, auch CCAA, „Claudische Kolonie und Opferstätte der Agrippinenser“ frei übersetzt) oder um die Besitzer der Ziegeleien des näheren Umlandes. Dort befanden sich mehrere Ziegeleien, welche die Auenlehme als Rohstoff nutzten und ihre Erzeugnisse über den Rhein kostengünstig verhandeln konnten.

                                

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde in einem Grab entlang der Straße „Zu den Bendengärten“ ein eindrucksvoller konischer Becher (später „Worringer Becher“ genannt) mit reichen figürlichen Darstellungen (Venus und Amor in einer Weinschänke) gefunden, ein Prunkstück römischer Handwerkskunst aus dem 3. / 4. Jahrhundert. Im Jahr 1881 wurde der „Worringer Becher“ - aus farblos-durchsichtigem Glas gefertigt - mit einem hohen kunsthistorischen Wert aus dem Besitz des Kölner Kunstsammlers Franz Carl Damian Disch (* 1821, + 6. November 1880 in Köln - Gastwirt und Hotelbesitzer des Hotels Disch, seit 1928 / 1930 Verwaltungsgebäude der Stadt Köln, Disch-Haus) auf einer Auktion des Kunsthauses H. Lempertz´ Söhne - Köln für den höchsten Preis von 8.000 Goldmark an den Kunsthändler Hoffmann - Paris versteigert. Danach befand sich der „Worringer Becher“ im Besitz des russischen Diplomaten Graf Alexandre Petrovic Basilewsky (* 1829, + 1899) - Paris, Kunstsammler und Mäzen, und ging später an das „Toledo-Museum of Art“ in Ohio - USA. Dort wird er nunmehr als „THE WORRINGEN BEAKER“ geführt.


                                                

Hauptmotiv des Bechers sind Venus, die Göttin der Liebe, der Anmut und des Liebreizes, sowie Amor, der Gott der Liebe, dazu ein mehrstöckiges Wohnhaus mit Schänke. Die Szene spielt am Ufer des Tibers in Rom, genauer gesagt, am Fuß des Hügels Palatin, nicht weit weg von den Tempeln Juno und Jupiter, die im Hintergrund zu sehen sind. Der Glasschleifer hat sich mit Sorgfalt bemüht, allerlei Details greifbar wiederzugeben. Die Umrisse der Figuren und Gegenstände sind flach geschliffen, ebenso die Augen und Hände, während alle übrigen Flächen mattiert wurden.

In der Auktion wurde irrtümlich als Fundort Bonn angegeben sowie folgender Hinweis im Katalog angezeigt:

Versteigerung Los- Nr. 1361 vom 12. Mai 1881

„Becherförmiges, durchweg gravirtes Glas, mit einem unteren und oberen Ornamentband, zwischen denen streng stilisirte Costümfiguren und Engel sich in lebendiger Gruppirung vor einer dem Anscheine nach frühchristlichen Architectur bewegen. Die eine Scene scheint ein Opfer, die andere einen Empfang darzustellen. Aeusserst seltenes Glas von hoher Bedeutung. Intakt erhalten.“

Literaturquelle

Dr. Fritz Fremersdorf: „Die römischen Gläser mit Schliff, Bemalung und Goldauflagen aus Köln“ , Köln 1967
(Leiter der Römischen und Germanischen Abteilung des Wallraf-Richartz-Museums 1923 - 1946, Direktor des Römisch-Germanischen Museums 1946 - 1959)

Abbildungsnachweise
Worringer Nachrichten Nr. 3 / November 2018
aus privater Sammlung

Bericht: Manfred Schmidt

heimatarchiv-worringen.de/September 2019

Was stand vor mehr als 50 Jahren über Worringen im „Fips“ ? (September 1960)

Im Fundus des Heimatarchivs befinden sich – auch für unsere Besucher zugänglich – mehrere nach Jahreszahlen gebundene Ausgaben „Rheinischer Anzeiger, Heimatzeitung für Köln-Worringen – Dormagen – Zons – Nievenheim und Umgebung.“ Hier eine Auswahl (Abschrift) aus dem Monat September 1960.

  • Das diesjährige Altenfest für alle Über-70-Jährigen findet im Saal Adam Gladbach statt. Die Leitung hat Andreas Schwindt, die Gestaltung des Unterhaltungsprogrammes haben Worringer Vereine übernommen.
  • Die Anziehungskraft der Worringer Kirmes hatte in den letzen Jahren nachgelassen. Die Frage nach einem ordentlichen Kirmesplatz wurde im Bürgerverein oft diskutiert, geschehen ist jedoch noch nichts. In diesem Jahr konnte neben der St.Tönnis- Straße das Gelände an der Hackenbroicher Straße als Kirmesgelände hinzugewonnen werden, sodass auch größere Schausteller den Weg nach Worringen fanden. Strahlender Sonnenschein begünstigte am Samstag und Sonntag die Spätkirmes und die Besucher, auch auswärtige Gäste strömten in Scharen zu den beiden Kirmesplätzen. Die Worringer „Geloogsjunge“, die die Spätkirmes nach altem Brauch feierten, zogen am Samstag in einem Fackelzug mit Kapelle zum Lindenbaum. Nach langem „Kirmessuchen“ wurde der Zacheies gefunden und man konnte ihm 4 Kirmestage abhandeln. Nach weiteren Verhandlungen gestatte ihnen der Zacheies einen weiteren Tag. Der Mittwoch wurde dann dazu genutzt, um den Hahnekönig zu ermitteln. Der Kirmessonntag wurde traditionell zum Besuch des Hochamtes in St. Pankratius genutzt und am Montag zog das „Kirmesgeloog“ nach dem Treffen im Vereinslokal Schäfer feuchtfröhlich durch die Gemeinde. Höhepunkte für die Jungen war der Mittwoch: Vor dem Vereinslokal stand der „Galgen“ an dem der tote „Hahn“ in einem Korb befestigt hing. Nachdem die alten Hahnekönige dem Hahn die ersten Schläge versetzt hatten, errang nach hartem Kampf Heinrich Schiefer die Würde des neuen Hahnekönigs. Nach der „Gerichtsverhandlung“ gegen den „Zacheies“ am Nachmittag wurde dieser beerdigt und die Kirmes beendet.
  • In diesem Monat lässt sich Dr. med. F. Altaner als praktischer Arzt in Worringen nieder. Er eröffnet seine Praxis am Hackhauser Weg 44 (frühere Apotheke).
  • Der Dilettantenclub „Aurora“ Worringen veranstaltet anlässlich der Worringer Spätkirmes einen Tanzabend für alle Mitglieder im Saal Matheisen.
  • Die Prinzengesellschaft „Immerfroh“ gibt das Motto für den kommenden Karneval bekannt. Es lautet: „Vill Spaß un Freud et jitt, bei uns, däm kölschen Satellit“. Außerdem hat das Festkomitee den Dormagener Paul Niedziella damit beauftragt, den Worringer Karneval in jeder Phase zu filmen.
  • Nach Dormagen und Delrath hat nun auch der BV 27 Worringen den Altherrensport aus der Taufe gehoben. Das Debüt gewann die Mannschaft mit Bann, Wimmer, Boes, Meurer, Kiepels, Daubenbüchel, Dünwald, Jansen, Lang, Olligschläger und Werner gegen Sülz/Klettenberg mit 5:3. Lang war mit 3 Bombentoren erfolgreichster Schütze.
  • Vor einem halben Dutzend Jahren errichtete die "Spardaka" Worringen am Worringer Bahnhof eine Futter-Trocknungsanlage. Sie hat inzwischen ausgedient und ist zu einer Milchverteilungsstelle der Milchverwertung Köln umgewandelt worden. Hier wird keine Rohmilch verarbeitet. Lediglich Fertigware geht von hier aus den Weg zu den Händlern und damit weiter zu den Hausfrauen im Heimatgebiet. Die Produkte selbst werden aus Köln angeliefert.
  • Ein Union Großbildfernseher (59cm), spielfertig für das 2. und 3. Programm (sensationelle Neuheit) kostet 998 DM.

Erstellt:   Horst Winter – Heimatarchiv Worringen e.V.

Im Wandel der Zeit - ein Blick in die Vergangenheit

Fotografie der Worringer Familien Lukas und Röllgen

Foto zum Vergrößern!

In den Sammelbeständen des Heimatarchivs befinden sich ca. 10.000 Fotografien aus dem Spektrum der Worringer Ortsgeschichte. Vereinzelt werden Fotos in den Bestand aufgenommen und veröffentlicht, obwohl ihre Aussagefähigkeit und historische Authentizität nicht expliziert zu erkunden sind. Dennoch geben sie spannende und faszinierende Einblicke.

Zu dieser Kategorie gehört auch diese Aufnahme, die Jakob Röllgen dem Heimatarchiv mit einem Konvolut von Fotografien aus seinem Familienbesitz überlassen hat. Ob es sich bei den abgelichteten Personen um Familienangehörige handelt, ist nicht zu recherchieren.

Die Großeltern von Jakob Röllgen, Christian (1876-1936) und Christine Lukas (1890-1972) lebten in der Mühlenbergstraße 5. Dort führten Christine und ihre Tochter Barbara „Betti“ bis in die 1960er Jahre einen „Tante-Emma-Laden“ mit Süßigkeiten aller Art. Beiden „Pänz“ war das in Gläsern abgefüllte Sortiment an „Kamelle“, die für Pfennigbeträge erhältlich waren, eine Begehrlichkeit. Dies war Anlass, die schmale historische Straße - auch noch heute - als „Lukasejäßje“ zu benennen.

                             

Diese Fotografie zeigt die Ansicht einer Stadtrundfahrt mit einer Pferdedroschke des Besitzers Friedrich Höchstenbach um 1920 vor dem Portal des Kölner Doms. Im Jahre 1919 gründete Friedrich Höchstenbach im Kölner Gereonswall 97 ein Fahrgeschäft. In den Anfängen führte er mit Kutschen, später mit Omnibussen Stadtrundfahrten durch.

Heute bieten diverse Anbieter Stadtrundfahrten mit einem Doppeldeckerbus und einer „Bimmelbahn“ an. Eine Rückkehr zu Pferdedroschken wäre sowohl für die Umwelt, als auch in der Verkehrsdichte sicherlich empfehlenswert, und zudem „romantischer“!

Bericht und Foto: Heimatarchiv Worringen e.V.

 

Das Worringer Heimatarchiv sucht Personen, die in Sütterlinschrift verfasste Dokumente in die derzeitige Schreibweise umsetzen. Kontakt: H.-J. Heinz 0221-785678

Besuchen Sie das Heimatarchiv und gehen Sie auf Entdeckungsreise.

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