Restaurierung und Instandsetzung
des historischen Turmkreuzes mit Wetterhahn von Alt-Sankt-Pankratiu
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Die Rhein Schmiede Hecker bekam im Herbst 2019 einen nicht alltäglichen Auftrag. Im Namen der Eigentümergemeinschaft Alt-Stankt-Pankratius beauftragte die Hausverwaltung Lammers Schmiedemeister Thomas Hecker mit der Instandsetzung und Restaurierung des Turmkreuzes und Wetterhahnes von Alt-Sankt-Pankratius. Für einen waschechten Worringer ein Auftrag mit Herz.

Am 19. September 2019 erfolgte der Abbau des Kreuzes mit Unterstützung von Schmiedemeister Karl-Josef Esser aus Odenthal, Steinmetzmeister Robert Hecker und Florian Hecker (Auszubildender im Schmiedehandwerk in der Dombauhütte zu Köln). Anschließend wurde das Kreuz in die Werkstatt von Thomas Hecker am Breiten Wall transportiert.

Nach der Bestandsaufnahme und Schadenskartierung stellte er fest, dass das Kreuz im Jahre 1927 von Kunstschlossermeister Heinrich Wallraff aus Köln-Worringen gefertigt wurde. Seine Initialen sind auf dem Kreuz mittig eingeschlagen. Nach der Dokumentierung der Schäden wurde das Kreuz und der Hahn in seine Bestandteile zerlegt und behutsam, denkmalgerecht restauriert.

Zum Abschluss wurde beides wieder farbig gefasst und heute, am Samstag, 18. Januar 2020, einen Tag nach dem Fest des Schutzpatrons St. Antonius (von den Worringern liebevoll ,,Firkes-Tünn" genannt), nimmt es nach der Segnung durch Pfarrer Thomas Wolff wieder seinen angestammten Platz auf der Spitze des alten Kirchturmes ,,om Maat" ein.

Dank der Eigentümer der Wohneinheiten im Gebäude der Alten Kirche ,,St. Pankratius" bzw. der alten Mädchenschule ,,om Maat", kann ein Worringer Wahrzeichen nun wieder mit einem neuen Dach und einem restaurierten Turmkreuz mit Wetterhahn weithin sichtbar glänzen.

           

            

           

            

           

     

 

Köln-Worringen, 18.01.2020

Text: Thomas Hecker

Bilder: Jakob Mildenberg

Wussten Sie schon … ?

Abriss! … und darum vergessen? - Kapellen in Worringen

St.-Bonifatius-Kapelle an der „Alte Neusser Landstraße“
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Im Burgundischen Krieg, auch Neusser Fehde genannt, wurde der Ort Worringen im Jahr 1474 von Kölner Söldnern unter der Führung Wilhelm von Aarburgs zerstört, die Pfarrkirche und die St.-Bonifatius-Kapelle stark beschädigt, um Karl dem Kühnen von Burgund, der auf Neuss marschierte, keinen rückwärtigen Stützpunkt zu überlassen. Das Historische Archiv der Stadt Köln bewahrt eine Urkunde vom 19. Mai 1484 („up gudestach nae dem sondage cantate“), welche über den Abbruch der Worringer Kirche Alt St. Pankratius und einen Neubau an gleicher Stelle interessanten Aufschluss gewährt.

Die St.-Bonifatius-Kapelle muss seit dem 13. Jahrhundert in unmittelbarer Nähe von Alt St. Pankratius gestanden haben. In Überlieferungen zur Schlacht bei Worringen 1288 ist Folgendes zu lesen: „Um für die Toten der Schlacht beten zu können, errichtete man auf dem mutmaßlichen Platz des ehemaligen Römerkastells (?) eine St.-Bonifatius-Kapelle“. Beim Wiederaufbau der Pfarrkirche wurden Teile der Kapelle mit verbaut.

                                                      

Kapelle St. Thönes (St.-Antonius-Kapelle) an „St.-Tönnis-Straße / Schmaler Wall“

An der Stelle des 1842 erbauten Pfarrhauses an St.-Tönnis-Straße und Breiter Wall stand ehemals die Kapelle St. Thönes. Im Verkaufsprotokoll des Vogtshofes (nachher Pilgramshof) vom 30. April 1287 wird auf einen ehemaligen Kirchhof hingedeutet.

Nach dem 5. Jahrhundert ging das Land in fränkischen Besitz über. Aus dieser Epoche, der sog. Merowingerzeit (Mitte 5. bis frühes 8. Jahrhundert), sind im Worringer Raum Fundplätze bekannt. Der fränkische Totenacker zwischen St.-Tönnis-Straße und Pletschbach sowie westlich des Breiten Walls wurde mehrfach archäologisch untersucht. Als Restareal des ausgedehnten Bestattungsfeldes ist wohl der ehemalige Kirchhof als St.-Thönes-Kirchhof anzusehen. Den Funden zufolge wurde auf diesem zumindest vom späten 5. bis zum frühen 7. Jahrhundert bestattet. Die meisten Gräber waren mit Beigaben für die Reise ins Jenseits ausgestattet. Die Bevölkerung war demnach heidnisch. Die Grabungsforschungen zeigen, dass dann die Christianisierung der Landbevölkerung in Gang gekommen war. Die Grablegung wurde jetzt zugunsten der Begräbnisstätte auf dem Kirchhof im Schatten der alten Pankratiuskirche aufgegeben. Damit hörte auch die Beigabensitte auf. 1288 wurden vermutlich hier noch die unbekannten Toten aus der Schlacht bei Worringen bestattet.

Die Koelhoffsche Chronik aus dem Jahre 1499 berichtet von einem „Kapellchen“, das die Begräbnisstätte kennzeichnete, was auf die Kapelle St. Thönes hinweist. Zeitpunkt der Errichtung und wie lange dieser Kirchhof als Totenacker genutzt wurde, ist nicht belegt.

Über diese findet sich ein Vermerk im Worringer Gerichtsprotokoll vom November 1768. Auf dem „Herrengeding“ musste der Pfarrer begründen, warum er die auf dem Kirchhof stehende große Linde abgeholzt und eigenmächtig verwendet hatte. Er rechtfertigte sich mit dem Hinweis, dass er die Kapelle erhellen wollte. Eine Nachzeichnung zeigt die Kapelle mit der Linde.
Obwohl ältere Ansichten von der Kapelle St. Thönes nicht vorhanden sind, kann davon ausgegangen werden, dass die Kapelle, wie auf der Bildkarte von 1757 erkennbar, in einer grundlegenden romanischen Architektur aus Naturstein, später denkbar Abschnitte im frühgotischen Stil, errichtet worden ist. Weiterhin handelt es sich um einen einschiffigen staufischen Bau mit vieleckigem Chorabschluss und vorgesetztem schmalen Turm oder Dachreiter. Möglicherweise existierte vor dieser Kapelle ein Vorgängerbau. Vorstellbar wäre eine schlichte kleine Holzkapelle, errichtet im frühen Mittelalter bzw. Hochmittelalter, von der jedoch keine Überreste aufgefunden worden sind.

                                                                                   

Im Situationsplan der Kirchenbaustelle (Neubau der Pfarrkirche St. Pankratius 1835 - 1837) von „Baukondukteur und Kommunalbaumeister“ des Landkreises Köln, Peter Joseph Schopen, ist die St.-Antonius-Kapelle nicht mehr eingezeichnet. Die Kapelle war noch zur Franzosenzeit vorhanden (1794 - 1814) und soll damals, als auf Befehl der französischen Administration alle äußeren religiösen Zeichen verschwinden mussten, zur Garnisonsbäckerei umgebaut worden sein. Der Abbruch der Kapelle ist vermutlich zwischen 1813, also nach den Freiheitskriegen, und 1835 anzusetzen.

Die kleine Glocke der Kapelle fand eine Zeitlang als Schulglocke Verwendung, auch noch an der 1889 erbauten neuen Knabenschule an der St.-Tönnis-Straße. Sie trug die Umschrift: „Me fecit [von mir geschaffen] Johann Wickerath 1688“. In den Wirren zweier Weltkriege ist diese dann leider verloren gegangen.

Das Heimatarchiv ist stets bemüht, die Worringer Geschichte in Schrift und Bild zu dokumentieren und folglich auch hier auf der Suche nach historischem Fotomaterial. Gesucht wird ein altes Foto von der Worringer Knabenschule mit der Glocke aus der St.-Antonius-Kapelle. Leser/innen, die ein derartiges Foto besitzen und dieses zur Verfügung stellen möchten, auch auf Leihbasis, wenden sich bitte an das Worringer Heimatarchiv.


Abbildungsnachweise
Dr. Theod. Jos. Lacomblet: „Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins“, Düsseldorf 1846
Historisches Archiv der Stadt Köln (HAStK)
Stadtkonservator Köln - Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege


Bericht: Manfred Schmidt
heimatarchiv-worringen.de/Januar 2020

Was stand im Januar 1964 über Worringen im „Fips“ ?

Im Fundus des Heimatarchivs befinden sich – auch für unsere Besucher zugänglich – mehrere nach Jahreszahlen gebundene Ausgaben „Rheinischer Anzeiger, Heimatzeitung für Köln-Worringen – Dormagen – Zons – Nievenheim und Umgebung.“ Hier eine Auswahl (Abschrift) aus dem Monat Januar 1964.

  • Im Saal des Jugendheims spricht auf Initiative der Kolpingsfamilie Dr. van Dongen aus Neuss im Rahmen des Eheseminars über „ Eheliches Leben—verborgene Ursachen der Erfüllung und Gefährdung“.
  • Den Auftakt des Worringer Sitzungskarnevals macht die Prinzengesellschaft „Löstige Junge“ mit einer „Sitzung mit Damen“ im Saale Adam Gladbach. Präsident Peter Leusch konnte im vollbesetzten Saal auch eine Abordnung der Büdericher „Heinzelmännchen“ begrüßen, mit denen die Gesellschaft eine jahrelange Freundschaft verbindet. Büttenreden von u.a. Roland Unger, Heinz Krämer, Fritz Nitsche und Gustav Böhmer sowie Gesangsbeiträge von Toni Jüsten, Werner Böttcher, den Gebrüdern Jansen, Addi Schlömer und natürlich der Prinzenschlager, gesungen von Georg Scheuß trugen wie auch die Tanzdarbietungen zu einem gelungenen Abend bei.
  • Der Siegeszug der Worringer „Zebras“ geht weiter. Beim Ehrenfelder SC65 bestätigte der BVW seine gute Form. Er konnte mit 2:0 gewinnen und hält den Anschluss zur Tabellenspitze. Anton und Montag waren die Torschützen. Der BVW spielte mit Klein, Khor, Annas, Anton, Pieroth, A.Montag, E.Montag, Mintow, Kuhn, Claus und Brandt.
  • Der bisherige Worringer Schiedsmann Jakob Müller hat aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niedergelegt. Sein Stellvertreter Heinrich Peters (Zu den Bendengärten 14) führt gegenwärtig die Schiedsmanngeschäfte weiter.
  • Zu ihrer 42. Gründungsversammlung trafen sich die aktiven Mitglieder der „Dramatischen Vereinigung“ im Vereinslokal Schwarz. Josef Leufgen erhielt die Silberne Ehrennadel für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit.
  • Der Worringer Radamateur Karl-Heinz Wirtz stürzte beim Training in der Kölner Sporthalle und brach sich einen Finger und das rechte Handgelenk. Neben ihm erlitt noch Peter Henkelmann eine Knieverletzung, die er sich bei einem Querfeldeinrennen zuzog. Der Worringer Radsportclub hofft aber, dass seine beiden zuverlässigsten Fahrer ihren ersten Start als Amateure bei „Köln-Schuld-Köln“ im März wahrnehmen können.
  • Gerüstbau Pesch kündigt die Eröffnung eines Leiter-Gerüstbaubetriebes für den nächsten Monat an.
  • Im Union-Theater läuft der klassische Lachschlager „Charley´s Tante“ mit Peter Alexander, Conny Froboess, Günther Philipp und Heinz Erhard.
  • Einen großen Festtag gab es für die Worringer Pfarrgemeinde. Ein Sohn der Gemeinde, Neupriester Karl Spanke hält sein Primizamt (das erste nach fast drei Jahrzehnten) in seiner Heimatkirche. Die Anwohner der St. Tönnis-Straße werden gebeten, ihre Häuser zu beflaggen.
  • Dringend erforderlich ist eine Straßenleuchte an der Ecke Bitterstraße/Dornstraße. Hier ist bislang mangels einer Leuchte die Einmündung der Bitterstraße in die Dornstraße abends nicht erkennbar. Durch die Zufahrt zu den Parkplätzen der Erdölchemie werden beide Straßen morgens und abends stark befahren.
  • Eine 100g Vollmilchschokolade mit Nüssen kosten 0,58 DM.

Erstellt:   Horst Winter – Heimatarchiv Worringen e.V.

 

Worringer Heimatarchiv sucht Fotos aus Worringen

Führungen durch Worringen weiterhin im Angebot

 

Der Vorstand des Heimatarchivs Köln-Worringen ist stets bemüht, das Leben in Worringen in Schrift und Bild zu dokumentieren und ist aus diesem Grunde permanent auf der Suche nach historischem, aber auch aktuellem Fotomaterial. Gesucht werden alte und neuzeitliche Fotos von Worringer Gebäuden, Straßenzügen, Objekten, Geschäfte (ggfs. mit Einrichtungen), Feierlichkeiten, Karneval, Theateraufführungen und Gaststätten, mit oder ohne Gäste. Auch Fotos aus der Natur im Worringer Umfeld, wie von der Rheinaue, dem Worringer Bruch oder auch vom Worringer Frohnweiher. Bürger, die derartige Fotos besitzen und diese zur Verfügung stellen möchten, wenden sich bitte an den Vorstand des Worringer Heimatarchivs.

Ferner bietet der Vorstand auch künftig Führungen im historischen Ortskern an, die für Gruppen ab 15 Personen zum Preis von 5,- € pro Teilnehmer angeboten werden. Diese Führungen sind besonders bei Anlässen wie Klassentreffen, Famlienfeiern etc. sehr beliebt, insbesondere auch, weil sich die Referenten der Führungen stets viel Mühe geben und neben den allgemeinen Informationen auch mit viel Wortwitz zum Thema begeistern.

Bei Interesse an den Führungen bitte Kontakt zum Vorstand des Worringer Heimatarchivs aufnehmen (Telefon: 0221-785678 oder 0221-784850 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). 

 

Jakob Mildenberg

Worringer Heimatarchiv

 

Das Worringer Heimatarchiv sucht Personen, die in Sütterlinschrift verfasste Dokumente in die derzeitige Schreibweise umsetzen. Kontakt: H.-J. Heinz 0221-785678

Besuchen Sie das Heimatarchiv und gehen Sie auf Entdeckungsreise.