• Was stand vor mehr als 50 Jahren über Worringen im „Fips“ ? (Juli 1960)

  • Im Fundus des Heimatarchivs befinden sich – auch für unsere Besucher zugänglich – mehrere nach Jahreszahlen gebundene Ausgaben „Rheinischer Anzeiger, Heimatzeitung für Köln-Worringen – Dormagen – Zons – Nievenheim und Umgebung.“ Hier eine Auswahl (Abschrift) aus dem Monat Juli 1960.

  • Die Bereitschaftsgruppe des Malteser Hilfsdienstes kann auf ein Jahr Bestehen zurückblicken und hat in dieser Zeit 3.200 freiwillige Stunden im Dienst am Nächsten geleistet. Die Gruppe war sowohl in Worringen als auch bei vielen größeren überörtlichen Veranstaltungen tätig. Dazu gehörten z.B. das Schlesier – und Breslauertreffen in Köln, das Bundeskönigsschießen in Euskirchen, das Motocross-Rennen in Brühl und auch die Hl. Rock-Wallfahrt in Trier.
  • Herr Dr. med. Heinz Karrasch übernimmt die Praxis des verstorbenen Dr.med. Helmut Etschmann.
  • Worringens Fußballer trugen ein Gesellschaftsspiel gegen die SpVg. Sülz/Klettenberg aus. Dabei schlug sich Erstvertretung des BVW gegen den höherklassig spielenden Gegner mit 3:4 achtbar, die zweite Mannschaft gewann mit 7:2. Noch torhungriger waren die Worringer Nachwuchsspieler: Die A-Jugend schlug den Gegner mit 9:0.
  • In der Gasstätte von Hubert Pfeil (Landgasthof Daubenbüchel) findet eine Versammlung aller am Radsport interessierten Bürger statt. 20 Jugendliche gründen den RC Endspurt. Den kommissarischen Vorstand bilden H. J. Heinz, Michael Axler und Otto Plöger. Diese sind auch die Verhandlungsleiter in den Gesprächen mit dem „RC Günther Longerich“, der die Worringer gerne in technischen Fragen unterstützen will und auch das Training vorläufig leiten soll. Nach Ende der Verhandlungen soll dann auch eine Wahl des ersten Vorstands stattfinden. Erwachsene waren auf der Versammlung nicht anwesend, ebenso wie bei der Folgeversammlung. Die Jugendlichen beschlossen einen provisorischen Vorstand. Der wurde gebildet aus dem ersten. Vorsitzenden Willi Winter, seinem Stellvertreter H.J. Heinz, dem Geschäftsführer Otto Plöger und Kassierer Josef Zimmermann.
  • Pater Ildefons van Dijk feiert sein silbernes Priesterjubiläum. Die Pfarrgeistlichkeit bittet die Worringer Bevölkerung am Festtag teilzunehmen und die Anlieger der St. Tönniss-Sraße werden gebeten, ihre Häuser zu beflaggen.
  • Ein kommendes Bauvorhaben in Worringen sieht nach Mitteilung eines Fachmanns der Bayer-Wohnungen GmbH den Bau eines 9-geschossigen Apartmenthauses mit 28 Apartments und einem Laden vor. Dieses neue Hochhausprojekt entsteht im Westen Worringens zwischen St. Tönnis-Straße/Hackhauser Weg/Üdesheimer Weg/ Alte Straße.
  • Das Union Theater zeigt mit „Serengeti darf nicht sterben“ einen atemberaubenden Farbfilm über die Forschungserlebnisse von Michael Grzimek und Dr. Bernhard Grzimek.
  • Stolz dürfen die Worringer auf ihren Mitbürger Hans-Georg Klöcker sein, der aus dem Leistungswettbewerb der Handwerksjugend als Bundessieger hervorging. Der 17-jährige Maurergeselle aus Worringen wird das Stipendium, das mit dem Bundessieg verbunden ist, zum Besuch der Staatlichen Ingenieursschule in Nippes verwenden, nachdem er seine Gesellenzeit beendet hat. Sein Ziel ist es, Bauingenieur zu werden.
  • In der letzten Zeit mehren sich die Blumendiebstähle auf dem Worringer Friedhof. Frische Blumen, die mittags auf die Gräber gesetzt wurden, waren am anderen Morgen verschwunden. Die Bevölkerung wird gebeten, mit darauf zu achten, wer die Täter sind. Diese können den Friedhofswärtern namhaft gemacht werden.

Erstellt:   Horst Winter – Heimatarchiv Worringen e.V.

Wussten Sie schon ... ?
Benderstraße - Ehrenbürger der Bürgermeisterei Worringen auf Straßenschild verewigt

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Im Jahre 1815 erfolgte die Gründung der preußischen Bürgermeisterei Worringen, die seit 1816 zum Landkreis Köln im Regierungsbezirk Köln gehörte. Zu ihr zählten die Orte Worringen (mit den Höfen Schloss Arff südlich von Dormagen-Hackenbroich, Brüngesrather Hof, Bergerhof, Krebelshof, Blechhof bei Delhoven, Chorbusch, Furth und Piwipp bei Dormagen-Rheinfeld), Roggendorf-Thenhoven, Weiler, Fühlingen (mit Feldkassel und Stallagsberg), Langel (mit Rheinkassel und Kasselberg), und Merkenich mit den Höfen Klein-Lachem und Groß-Lachem, die südlich von Merkenich lagen.

                                                              
Um das Jahr 1860 wurden in Worringen erstmals amtliche Straßennamen eingeführt. Vorher trugen die Straßen Bezeichnungen, die die Ortsbewohner ihnen selbst „willkürlich“ gegeben hatten, so zum Beispiel nach im Ort oder in der betreffenden Straße vorkommenden Berufen, nach Persönlichkeiten oder nach anderweitigen Ortsnamen. Vielfach sind diese Benennungen bis heute erhalten geblieben. Nach der Eingemeindung am 1. April 1922 mussten jedoch mehrere Straßen und Wege umbenannt werden, da deren Namenszug im Kölner Stadtgebiet bereits vorhanden waren; zugleich wurden „Alt-Worringer“ Namen angepasst.

                                        

Die schmale geradlinige Benderstraße in Worringen liegt zwischen dem Hackhauser Weg und der Hackenbroicher Straße. Das vermutlich ausgeziegelte Gelände teilte Johann Raaf, Dachziegler und Spezereihändler in Worringen, 1890 in 15 Parzellen. Im gleichen Jahr entstanden hier die ersten Wohngebäude. Die Straße wurde zunächst nach ihm Johannesstraße (im Volksmund „Johannesstroß oder Raafsjaß“) benannt, nachfolgend Benderstraße. Die Johannesstraße hieß darüber hinaus „Schindskul“. Mit diesem Namen wird auf eine Sand- und Kieskuhle verwiesen, die heute noch als Vertiefung gut sichtbar ist, in der angefallene Tierkadaver verscharrt wurden. Sie liegt unmittelbar hinter dem ehemaligen Großhof und wurde jahrhundertelang von der Bevölkerung genutzt. Das Straßenbild wird hauptsächlich von 10 Giebelhäusern - das Eckhaus gehört nummerisch zur Hackenbroicher Straße - bestimmt. Die kleinen, meist von Hecken umgebenen Vorgärten existierten noch bis in die 1960er Jahre.
                                                       

Der spätere Namensgeber dieser Straße, Johann Mathias Norbert Bender (geb. 1839 in Fühlingen), war über 40 Jahre von 1866 bis 1907 Bürgermeister der Bürgermeisterei Worringen. Vorher hatte sein Vater Heinrich Wilhelm Ignatz Bender (geb. 1796 in Obermanderscheid / Landkreis Bernkastel-Wittlich) von 1835 bis 1866 die Bürgermeisterei geführt. Die Wohn- und Amtsräume befanden sich in Fühlingen. Er verstarb am 2. Februar 1883 und wurde in Rheinkassel bestattet. Der Sohn verlegte die Amtsräume von Fühlingen nach Worringen in sein an der damaligen Bergerstraße (heute St.-Tönnis-Straße) gelegenes Wohnhaus, die Finanzgeschäfte wurden aber durch einen Rendant weiterhin in Fühlingen geregelt. Johann Mathias Norbert Bender schenkte der Gemeinde ein Grundstück neben seinem Wohnhaus mit der Zielrichtung, darauf ein Gemeindehaus zu errichten. Dieses Bauvorhaben wurde zwar noch zu seiner Amtszeit begonnen, es war ihm jedoch nicht mehr vergönnt, seine Amtsgeschäfte dort wahrzunehmen. Im Giebel des Gebäudes befindet sich das Siegel der Bürgermeisterei Worringen (St. Pankratius mit Umschrift „Wappen von Worringen 1321“). Bender bekleidete das Amt des Deichhauptmanns, war Ritter des Roten Adlerordens und Inhaber des Königlichen Kronenordens IV. Klasse sowie Ehrenbürger der Bürgermeisterei Worringen (Überreichung der Urkunde am 27.06.1907).

                                                                   
In der von ihm verfassten „pro memoria“ liest man, dass bei seinem Amtsantritt alle Straßen in Worringen sehr schlecht und ohne Abläufe waren. Nur die Provinzialstraße, die jetzige Neusser Landstraße, befand sich in einem guten Zustand. Sämtliche Abwässer sammelten sich in der Mitte des Ortes in einem Graben, der bis zur Ecke St.-Tönnis-Straße und Hackenbroicher Straße führte. Von dort wurde das Abwasser in den noch bestehenden Festungsgraben entlang der Hackenbroicher Straße dem Mühlenweiher zugeführt.

1868 wurde dieser Sammelgraben kanalisiert und der Festungsgraben von der St.-Tönnis-Straße bis zum Mühlenweiher zugeschüttet. Von nun an flossen alle Abwässer „nur“ noch durch den Wallgraben im „Schmaler Wall“ und weiter in den Pletschbach. Im Jahr 1909 wurde dieser letzte offene Graben eingeebnet. Diese bescheidenen hygienischen Einrichtungen waren bitter notwendig geworden; denn wiederholt hatten in Worringen Cholera-Epidemien gewütet. Erwähnenswert aus seinen Erinnerungen ist außerdem, dass er in den 1870er / 1880er Jahren Lokalschulinspektor für Worringen und Thenhoven war, als man wegen des sog. „Kulturkampfes“ die geistliche Schulaufsicht aufgehoben hatte. Große Verdienste erwarb sich Johann Mathias Norbert Bender des Weiteren bei den verheerenden Überschwemmungen des Rheins in den Jahren 1882 und 1883.
Bender war ein aktiver und in seiner Geisteshaltung aufgeklärter Mann für die Zeichen seiner Zeit. In vorgerücktem Alter unternahm er noch abenteuerliche Reisen in den Orient, nach Tunis, Italien, Griechenland und die Türkei, die er in heute noch lesenswerten und spannend geschriebenen Geschichten anschaulich darstellte. Die Broschüre „Eine Reise nach Tunis nebst einem Anhang“ liegt dem Heimatarchiv Worringen vor. Er verstarb am 2. März 1916. Seine Bestattung erfolgte auf dem Worringer Friedhof neben dem Hochkreuz.

                                                                         

Nachfolger von Johann Mathias Norbert Bender wurde Joseph Seul (geb. 16. Oktober 1865 in Bedburdyck, verst. in Wiesbaden) vom 1. Juli 1907 bis 31. März 1922 (Eingemeindung nach Köln).


Literaturquellen

Dagmar Hötzel: „Stadtspuren Denkmäler in Köln-Worringen und Roggendorf-Thenhoven, Siedlungsgeschichte bis 1914“, Köln 2002

Abbildungsnachweise
Heimatarchiv Worringen e.V.
aus privater Sammlung
https://fuehlingen.de/geschichte/260-buergermeisterei-zu-worringen-1815-1922

Bericht: Manfred Schmidt

heimatarchiv-worringen.de/Juni 2019

 

Ausstellung zum Thema 100 Jahre Schwimmen und 150 Jahre Turnen in Köln-Worringen

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Das Heimatarchiv Worringen präsentiert seit dem 25. Mai 2019 eine Ausstellung zum Thema 100 Jahre Schwimmen und 150 Jahre Turnen in Köln-Worringen.

Die Abteilungen Turnen und Schwimmen der Sportgemeinschaft Köln-Worringen feiern in diesem Jahr gemeinsam ihre runden Jubiläen und aus diesem Anlass findet bis zum 08. Juli 2019 im Heimatarchiv Worringen eine Ausstellung statt, die mit zahlreichen Fotos und Ausstellungsstücken das Geschehen in der sportlichen Geschichte beider Abteilungen widerspiegelt und präsentiert. Auf zahlreichen Fotos aus den Gründerjahren bis in die heutige Zeit werden sich so manche Aktive oder Funktionäre beider Abteilungen auf den Fotos aller Jahrzehnte wieder finden.

Die offizielle Eröffnung mit beiden Abteilungsleitungen fand am Mittwoch, dem 29. Mai in den Räumen des Archivs statt. Jürgen Lange (Heimatarchiv), Uta Heinen (Turnen) und Astrid Arndt (Schwimmen) eröffneten die Veranstaltung und hoffen auf zahlreiche Besucher der Ausstellung, die bis zum 08. Juli 2019 allen Interessierten zugänglich ist.

                                            

Die Ausstellung kann bis einschließlich 08.07.2019 jeweils mittwochs von 17 bis 19 Uhr im Heimatarchiv besichtigt werden. Nach Absprache mit den Mitarbeitern des Heimatarchivs sind auch Führungen außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Heimatarchiv Worringen

Jakob Mildenberg

Im Wandel der Zeit - ein Blick in die Vergangenheit

Fotografie der Worringer Familien Lukas und Röllgen

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In den Sammelbeständen des Heimatarchivs befinden sich ca. 10.000 Fotografien aus dem Spektrum der Worringer Ortsgeschichte. Vereinzelt werden Fotos in den Bestand aufgenommen und veröffentlicht, obwohl ihre Aussagefähigkeit und historische Authentizität nicht expliziert zu erkunden sind. Dennoch geben sie spannende und faszinierende Einblicke.

Zu dieser Kategorie gehört auch diese Aufnahme, die Jakob Röllgen dem Heimatarchiv mit einem Konvolut von Fotografien aus seinem Familienbesitz überlassen hat. Ob es sich bei den abgelichteten Personen um Familienangehörige handelt, ist nicht zu recherchieren.

Die Großeltern von Jakob Röllgen, Christian (1876-1936) und Christine Lukas (1890-1972) lebten in der Mühlenbergstraße 5. Dort führten Christine und ihre Tochter Barbara „Betti“ bis in die 1960er Jahre einen „Tante-Emma-Laden“ mit Süßigkeiten aller Art. Beiden „Pänz“ war das in Gläsern abgefüllte Sortiment an „Kamelle“, die für Pfennigbeträge erhältlich waren, eine Begehrlichkeit. Dies war Anlass, die schmale historische Straße - auch noch heute - als „Lukasejäßje“ zu benennen.

                             

Diese Fotografie zeigt die Ansicht einer Stadtrundfahrt mit einer Pferdedroschke des Besitzers Friedrich Höchstenbach um 1920 vor dem Portal des Kölner Doms. Im Jahre 1919 gründete Friedrich Höchstenbach im Kölner Gereonswall 97 ein Fahrgeschäft. In den Anfängen führte er mit Kutschen, später mit Omnibussen Stadtrundfahrten durch.

Heute bieten diverse Anbieter Stadtrundfahrten mit einem Doppeldeckerbus und einer „Bimmelbahn“ an. Eine Rückkehr zu Pferdedroschken wäre sowohl für die Umwelt, als auch in der Verkehrsdichte sicherlich empfehlenswert, und zudem „romantischer“!

Bericht und Foto: Heimatarchiv Worringen e.V.

Neue Broschüre des Heimatarchivs

Das Heimatarchiv Köln-Worringen präsentiert in Kürze eine neue Broschüre mit dem Titel „Miljöh-Veedel-Lievergesberg“ diese beinhaltet auf 56 Seiten zahlreiche Fotos und Geschichten, sowie Informationen aus dem alten Worringen und seinen Veedeln. Interessante Beiträge z.B. zu den Themen Historie, Spitz- und Beinamen, Handel-Gewerbe-Handwerk, Wirtshäuser, Landwirtschaft, Kirmes und Karneval bieten eine Vielfalt von lesenswerten Beiträgen aus dem Leben der Worringer.  

Die Broschüre ist zum Preis von 5,- € ab dem 10.05.2019 in den folgenden Verkaufsstellen zu erwerben:

Heimatarchiv, Breiter Wall zu den Öffnungszeiten, Getränke Adam, St.-Tönnis-Str. 134, Raumausstattung Wirtz, Hackenbroicher Str. 8, Friseurteam Angelo Sabella, Hackenbroicher Str. 66,

Hofladen Tappen, Schmaler Wall 31

 Jakob Mildenberg

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