• Was stand vor mehr als 50 Jahren über Worringen im „Fips“ ? (März 1960)

  • Im Fundus des Heimatarchivs befinden sich – auch für unsere Besucher zugänglich – mehrere nach Jahreszahlen gebundene Ausgaben „Rheinischer Anzeiger, Heimatzeitung für Köln-Worringen – Dormagen – Zons – Nievenheim und Umgebung.“                                          Hier eine Auswahl (Abschrift) aus dem Monat März 1960; wird fortgesetzt.

  • Auch in diesem Jahr wurde in Worringen wieder ein volkstümlicher Karneval gefeiert, diesmal unter der Herrschaft von Prinz Heinz 1. (Heinz Dünwald). Unter dem Motto „Drei Dag doll en Dur un Moll“ war der Rosenmontag natürlich wieder der Höhepunkt der närrischen Tage, der bei gutem Wetter durch die Straßen zog. Für Prinz Heinz 1., der schon manchen Worringer Rosenmontagszug gestaltete und der auch 1960 für den Zug verantwortlich zeichnete, war es eine Triumphfahrt ohne gleichen. Überall schallte ihm der Jubel der Narren entgegen, die dichtgedrängt die Bürgersteige des Zugweges säumten. Ein Kamellesegen ergoss sich über die Narrenschar, mit Blumensträußchen und Apfelsinen bunt gemischt.
  • Das Zentraltheater zeigt für die Erwachsenen: „Und ewig singen die Wälder“; das Union Theater für die Kleinen: „Schneeweisschen und Rosenrot“.
  • Im Heimatgebiet hat die Frage eifrige Diskussionen ausgelöst, ob es „Bayer Köln“ oder weiterhin „Bayer Dormagen“ heißen soll. Auch der Bau eines neuen Wasserwerkes in Dormagen hat zu diesen Diskussionsgesprächen geführt. Hier Auszüge aus Leserbriefen zu dieser Zeit: 1) Bei der Übergabe war das Gelände zu vier Fünfteln Worringer und zu einem Fünftel Dormagener Gebiet. Das Werk führte, wie vertraglich vereinbart, den Namen „Werk Worringen“. Diese Bemühungen der Gemeindeverwaltung Worringen, für die damals arme Gemeinde Industrie sesshaft zu machen, sowie die besonders während der Bauzeit im ersten Weltkrieg getragenen schweren Belastungen der Gemeinde zeigen, dass das Werk keinesfalls ohne große Opfer an die Gemeinde Worringen gefallen ist. Wer dabei Dormagen als die „Wiege des Bayer-Werkes“ bezeichnet, kann eben nicht für voll genommen werden. 2) Welche Gründe damals zu dieser Umfirmierung führten, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber Worringen hat allen Grund zu sagen, dass dies ganz bestimmt nicht fair war. Dormagen war in die Lage versetzt, das Fett von der Suppe zu schöpfen und hat dies verständlicherweise getan. 3) Es wäre aber an der Zeit, dass Worringen von den Voraussetzungen, unter denen es den Bau des Bayer-Werkes gesichert hat, auch jeden weiteren Ausbau ermöglichen muss, endlich auch etwas zu spüren kriegte.
  • Preiswerte Tapeten aus der Kollektion 1960 gibt es bei J. Neuhöffer, das bekannte Fachgeschäft am Platz für Tapeten, Farben und Bodenbelag in der Bitterstrasse 12.
  • Der Neubau der Evangelischen Kirche in Worringen wächst von Tag zu Tag. Schon Anfang Februar wurden an der Hackenbroicher Straße Planierungsarbeiten durchgeführt. Jetzt werden bereits die Beton-Tragsäulen für den Kirchenraum montiert. Mit der Fertigstellung des eigentlichen Kirchenraumes – man rechnet Ende des Jahres - ist aber nur ein Bauabschnitt abgeschlossen. An der Hackenbroicher Straße plant die Evangelische Kirchengemeinde Weidenpesch nämlich ein ausgedehntes Gemeindezentrum mit diversen Nebenräumlichkeiten.
  • Dachdecker- und Bauklempner Gesellen sucht Georg Löhr, Dachdeckermeister, Alte Neusser Landstr. 175.
  • Der Altmeister der Worringer Kaninchenzüchter erhielt jetzt eine besondere Auszeichnung. Dem 87jährigen Ehrenvorsitzenden des Worringer Kaninchenzuchtvereins Franz Hüsch („Kutschers Franz“) wurde die Goldene Ehrennadel des Landesverbandes Rheinland überreicht. Franz Hüsch gründete den Verein 1914. Mit ihm erhielten Fritz Hubrig, Fritz Keimel und Heinrich Brehme (alle aus Worringen) die gleiche Auszeichnung als Anerkennung für langjährige Tätigkeit im Vorstand des Vereins.
  • Auf der Jahreshauptversammlung des Schwimmvereins betonte der Vorsitzende Franz Weber, der Verein liege „sportlich fast am Boden“, weil kein sportgerechtes Bad mehr zur Verfügung steht. Schon 35 Jahre kämpfte der Verein für ein ordentliches Freibad, leider vergebens. Der Ausbau des Frohnweihers, in dem mit viel Mühe der Schwimmsport noch aufrechterhalten wird, lohnt nicht mehr, da bei Hochwasser die Verschlammung des Gewässers zu stark ist. Im vergangenen Jahr konnten auf sportlichem Gebiet nur eine Strommeisterschaft ausgetragen und ein vereinsinternes Schwimmfest veranstaltet werden. Daher konnten auch infolge der schlechten Trainingsbedingungen im vergangenen Jahr keine auswärtigen Schwimmfeste besucht werden. Da das Bad auch der Worringer Bevölkerung und den Schulen zur Verfügung stand, sind auch diese von der Situation betroffen. Im jetzigen Bade sei es aber unmöglich, Schwimmlehrgänge durchzuführen, vor allem sei aber auch die Unfallgefahr viel zu hoch. Viel Arbeit und Zeit hat der Verein in der Vergangenheit investiert, um allen Worringern das Schwimmen beizubringen, um damit die Unfälle infolge Ertrinkens zu reduzieren. Das sei auch geglückt. Seitdem das Worringer Bad bestehe, hätten sich die Unfälle im Rhein verringert. Ein neues Bad ist dringend vonnöten, die Kosten könnte durch finanzielle Beteiligung des Vereins, durch öffentliche Zuschüsse und der schwimmbegeisterten Worringer Bevölkerung zu einem großen Teil gedeckt werden. Für den Neubau eines Bades setzt sich auch der Stadtverordnete Arnold Zillikens ein, der auch ein entsprechendes Gelände zur Verfügung gestellt habe. Auf einer öffentlichen Versammlung will der SVW die Worringer Bevölkerung für dieses Projekt ansprechen.
  • Bekanntmachung: Die Kippe am Erdweg ist geschlossen. Schuttabladen ist bei Strafe verboten.

Erstellt:   Horst Winter – Heimatarchiv Worringen e.V.