Was stand vor mehr als 50 Jahren über Worringen im Fips (September 1963)

 

Im Fundus des Heimatarchivs befinden sich – auch für unsere Besucher zugänglich – mehrere nach Jahreszahlen gebundene Ausgaben „Rheinischer Anzeiger, Heimatzeitung für Köln-Worringen – Dormagen – Zons – Nievenheim und Umgebung.“

Hier eine Auswahl (Abschrift) aus dem Monat September 1963; wird fortgesetzt.

  • Nun hat auch Worringen einen vieldiskutierten Bauskandal. Beim Bau der Volksschule am Hackhauser Weg ist – wie Beton- Analysen ergeben haben - offensichtlich zu wenig Zement verwendet worden. Die Vermutung liegt nahe, daß für den Bau Tonerde-Schmelz-Zement verwendet wurde. Die Folge ist, daß die Betonfestigkeit nicht ausreicht und die Betonteile eines ganzen Klassentraktes erneuert werden müssen. Das teilte das Nachrichtenamt der Stadt Köln einer erstaunten Öffentlichkeit mit. So erfreulich die Offenheit der Behörde ist, umso betrüblicher ist der Sachverhalt für Worringens Schulkinder, die nun geraume Zeit länger als vorgesehen in beengten Räumen unterrichtet werden müssen. Ein Trost bleibt: Die Mängel am Schulbau sind immerhin noch vor der Fertigstellung entdeckt worden. Es ist nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn sich einige hundert Kinder in einem Gebäude befunden hätten, das scheinbar auf mehr Sand als Zement gebaut wurde. Der Klassentrakt wurde bereits abgerissen und mit dem Wiederaufbau kann begonnen werden. Die Baufirma hinterlegte eine Garantiesumme von 500.000 DM für die zeitige Fertigstellung.
  • Der Randkanal ist „trockengelegt“. Die Rheinischen Braunkohlen-Aktien-Gesellschaft läßt die alljährlich üblichen Routinearbeiten zur Instandhaltung des künstlichen Flusses durchführen.
  • Alljährlich übermittelt das Verkehrsamt der Stadt Köln zur Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel den Kölnern im Ausland Grüße ihrer Heimatstadt in Form eines schön gestalteten Kunstblattes. Damit soll bei den ehemaligen Bürgern die Erinnerung an ihre alte Heimat wachgerufen werden. Diese Aktion hat bei den Kölnern im Ausland großen Anklang gefunden. So wurden auch die Worringer gebeten, Anschriften von Verwandten und Bekannten im Ausland, in Maschinenschrift dem Amt mitzuteilen.
  • Der vor rund 40 Jahren nach Köln eingemeindete Stadtteil Worringen (9.021) ist mit 24.803 Bürgern um mehr als 3000 Einwohner größer als die Nachbargemeinde Dormagen. Freilich besteht der Stadtteil Worringen auch aus den Gemeinden Roggendorf-Thenhoven (2.094), Fühlingen (3.079), Longerich (5.878), Weiler-Volkhoven (1.169) und Merkenich (3.562).
  • Nach über 40 Jahren Dienst bei der Worringer Verwaltungsstelle scheidet der Leiter, Stadtamtmann Horst aus. Sein Nachfolger ist Oberinspektor Mötting aus Longerich.
  • Wegen Betriebsferien bleibt unser Geschäft vom 16. Bis 23. September geschlossen: ILSE SCHWEREN-Haus-und Küchengeräte, Herde, Öfen.
  • Die Worringer Radamateure nahmen an einem international ausgeschriebenen Rennen in Würselen teil. In dem Rennen der 110 Fahrer der über 50 KM der Jugend A-Klasse konnte Karl-Heinz Wirtz in einem Massenspurt die gesamten Spitzenfahrer aus Westdeutschland, Holland und Belgien distanzieren und belegte einen beachtlichen zweiten Platz. Beim Einbiegen auf der Zielgeraden führte er noch das Feld an, mußte aber auf den letzten Metern den Sieg um Reifenlänge an den Dülkener Fahrer Klein abtreten.
  • Bei strahlender Sonne feierten die Worringer ihre Kirmes nach alter Sitte.. Das Heimatfest war an allen Tagen auf beiden Plätzen bestens besucht, so daß diese Kirmes für die „Geloogsjunge“ noch lange in Erinnerung bleiben wird. Bis in die Abendstunden wurde gefeiert und auch die Worringer Wirte freuten sich über Hochbetrieb.
  • Das Worringer UNION THEATER zeigt : Meuterei auf der Bounty mit Marlon Brando
  • Zwei ca. 18-22 Jahre alte Übeltäter haben das Wegkreuz an der alten Linde (Hackenbroicher-Ecke Bitterstraße) demoliert. Der Christuskörper dieses Wegekreuzes wurde schwer beschädigt.

Erstellt:   Horst Winter – Heimatarchiv Worringen e.V.