Heimatarchiv Worringen präsentiert Lesezeichen aus 120 Jahren

 

Die Mitarbeiter des Heimatarchivs Worringen präsentieren am Mittwoch, dem 02. November eine Ausstellung von Willi Goffart, einem Bayer-Ruheständler aus Dormagen. Der leidenschaftliche Sammler von Reklame-Sammelbildern ist im Besitz von zahlreichen Sammelbildern und ganzen Sammelalben, die er über Jahrzehnte gesammelt hat, und der 1992 seine Idee einer Tauschbörse in die Tat umsetzte.

20 mal in zwei Jahrzehnten trafen sich in Horrem interessierte Sammler zum Tauschen, Kaufen und Verkaufen. Ständig war Goffart auf Antik- und Trödelmärkten unterwegs, um weitere Objekte für sein Hobby zu sammeln.

Am 02. November 2022 findet von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr in den Räumen des Heimatarchivs am Breiten Wall 4 nun eine Ausstellung von Willi Goffart statt, in der er eine Sammlung von Lesezeichen der Öffentlichkeit präsentieren möchte. Unzählige interessante und teilweise historische Exemplare der letzten 120 Jahre werden hier zur Ansicht geboten. Interessierte sind hierzu herzlich in die Räume des Heimatarchivs eingeladen. Der Vorstand bittet um Verständnis, dass derzeit beim Betreten der Ausstellungsräume, im Interesse aller Besucher und Mitarbeiter, eine Maskenpflicht besteht.

 

Jakob Mildenberg

Worringer Karneval hat keine Zuggesellschaft mehr

Zuggesellschaft “Jecke vom Berg” nach 86 Jahren aufgelöst

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Nach den “Jammertälern” und den “Hötte Junge” hat sich nun, 86 Jahre nach ihrer Gründung von acht jungen Burschen in der Gaststätte von Johann Jäger, nun auch die Zuggesellschaft “Jecke vom Berg” mangels Mitglieder und Vorstandsmitarbeitern aufgegeben und den Verein aufgelöst.

Initiator und erster Präsident des Vereins war Josef Fuchs, der über viele Jahre dessen Geschicke leitete. Nach mehreren ihm folgenden Präsidenten, übernahm im Jahre 2015 als erste Präsidentin Maria Landyschew bis zur Auflösung des Vereins dieses Amt.

Die “Jecke vom Berg” waren, neben den Tradionskarnevalsgesellschaften, über Jahrzehnte eine Stütze des Worringer Karnevals und stets sehr engagiert. Tiefpunkt des Vereins war der Brand in ihrem aus Holz bestehenden Vereinshaus “Zum Fasan” das unrettbar komplett abbrannte.

Josef Gödecke, seinerzeit Zeit Präsident der Gesellschaft, schaffte es, am Schmalen Wall ein neues Dominizil zu besorgen. Ein festes Haus mit Garage war seit dieser Zeit das neue Vereinslokal und hieß, wie sein Vorgänger, bis heute “Zum Fasan”. So geht mit dieser Vereinsauflösung ein weiteres Stück des Worringer Karnevals und der Worringer Karnevalsgeschichte verloren.

Das Heimatarchiv Worringen hat nun die gesamten Utensilien der Zuggesellschaft zur Archivierung übernommen und so können unter anderem Kostüme, Orden, Urkunden und Fotoalben aus vielen Jahrzehnten der Geschichte des Vereins besichtigt werden.

Dies kann in den üblichen Öffnungszeiten des Heimatarchivs an jedem Mittwoch von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr geschehen. Weitere Termine können mit dem Vorstand gerne vereinbart werden.

                                                                        

 

Fotos: Heimatarchiv

Pressereferent: Jakob Mildenberg

 

Wussten Sie schon … ?

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                                                                                Historischer Rückblick des Orts Worringen
                                                                            Geschichtsfälschungen: Irrtümer und Legenden

Es erfolgt immer wieder, dass Archäologen, Historiker und Geschichtsschreiber vermeintlich bahnbrechende Entdeckungen machen, verloren geglaubte Artefakte gefunden werden oder historisches Wissen angepasst wird. Nicht immer sind diese auch wirklich authentisch. Worringen hat bekanntermaßen eine bewegte Vergangenheit durchlebt. Dessen ungeachtet ist die Geschichte des Orts aus der Antike und frühmittelalterlichen Epoche auf der Grundlage von neuzeitlichen Erkenntnissen der diversen archäologischen Ausgrabungen und wissenschaftlichen Prähistorie vor allem der letzten Jahrzehnte zu reformieren.

                                             
 

Kastelle am niedergermanischen Limes, Worringen zwischen Neuss und Köln?
Ausgrabungen belegen ab der Bronze- und Eisenzeit eine stetige Anwesenheit der urgeschichtlichen Einwanderer, wie etwa 500 v. Chr. die Besiedlung durch keltische Eburonen in unserer Gegend. Um Christi Geburt sind erste Aktivitäten der Römer auf der Niederterrasse des Rheinverlaufs zu verzeichnen. Die Namenszuordnung des Orts nach „Buruncum, auch Burungum oder Boruncum“, verursachte in der Vergangenheit immer wieder einen Expertenstreit. Dank einer erheblich verbesserten archäologischen Quellenlage scheint es unstreitig widerlegt zu sein, dass Worringen mit dem sog. römischen Kleinkastell „Buruncum“ gleichzustellen ist. „Buruncum“ wurde den schriftlichen Quellen zufolge 70 n. Chr. gegründet. Die Verknüpfung des Kastellnamens „Buruncum“ mit Worringen erfolgte vor allem aufgrund der Ergebnisse der etymologischen Namensforschung, die den mittelalterlichen Ortsnamen Worunc bzw. Worunch vom römischen „Buruncum“ ableitete. Diese namenkundlichen Zuweisungen halten den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen jedoch nicht stand.

 
                                                       

Die Existenz römischer Gutshöfe ist archäologisch zweifelsfrei nachgewiesen und auf dem Grundstück der St.-Pankratius-Kirche an der „Alte Neusser Landstraße“ stieß man u. a. auf ein mächtiges römisches Gussmauerwerk, ein monumentales etruskisches Kapitell, einen Grabstein und Säulenfragmente. Der Standort war erkennbar als eine Kultstätte, jedoch ein Kleinkastell „Buruncum“ wurde in Worringen historisch nicht nachgewiesen. Grundrisse einer antiken Militärarchitektur durch den Einsatz von Luftbildarchäologie und geophysikalischen Prospektionsmethoden kamen nicht zum Vorschein. Es wird vermutet, dass sich hier evtl. ein römisches Legions- und Hilfstruppenkastell (castella) befand mit einer geringen militärischen Belegung.

                                                                                             
 

Nach dem „Itinerarium provinciarum Antonini Augusti“ (Verzeichnis der wichtigsten römischen Reichsstraßen, das auch römische Niederlassungen angibt) befand sich „Buruncum“ an der Heerstraße von Colonia Claudia Ara Agrippinensium - CCAA (Köln) nach Colonia Ulpia Traiana (Xanten) zwischen Novaesium (Neuss) und Dornomagus (Dormagen). Denkbar wäre indessen eine Verbindung des heutigen „Haus Bürgel“ (erst seit 1373/74 auf der Monheimer Seite des Rheins) mit dem Kleinkastell „Buruncum“. Hierzu gibt es bereits seit dem 19. Jahrhundert längliche Diskussionen zur Lokalisierung. Die moderne Namensforschung nimmt stark an, dass „Buruncum“ nach Lage, Namen und Altertümern das jetzige „Haus Bürgel“ ist. In einer Publizierung „Die Deutung alter Ortsnamen am Mittel- und Niederrhein“ von 1870 heißt es längst: „Der Name des röm. „Buruncum“ ist nicht von dem Grundwort „Bur“ = Häuschen, sondern von „Buruc, Puruc“ = Burg abzuleiten. Unter Berücksichtigung vielfältiger Argumente ist das „Haus Bürgel“ (präsentiert sich heute als neuzeitlicher Vierkantgutshof) mithin dem althochdeutschen „Burgila-Castrum“ zuzuordnen. Gegner dieser Meinung haben auch nichts Sicheres an der Hand, da für die Standorte nördlich oder südlich von Worringen faktisch nirgends archäologische Zeugnisse oder verlässliche Quellen für das Vorhandensein römischer Militärgeschichte existieren.

                                               

Namensgebung des heutigen Orts Worringen in römischer Zeit
Bemerkenswert ist ein unbeschädigter Steinfund in der Umgebung des Parallelwegs (Bergerhof, Krebelshof). Die Inschrift enthielt den Namen der Bewohner des hiesigen Ortes: „IN . H : D . D : // DEAE : REGINAE . // VICANI . SE. GORIGENSES“ (In honorem domus divinae // Deae Reginae // vicani Segorigenses. - Der Göttin und Königin // die Bewohner des Orts Segorigenses).
Die keltischen Siedlungsnamen wurden von den Römern, welche von 15 v. Chr. bis ca. 500 n. Chr. in unserem Raum lebten, signifikant übernommen und latinisiert. Der Ort Segorigum ist eine sog. Kompositionsbildung (verschiedene Grundwörter) aus „seg, sego, segho, sigis“ = Stärke, Kampf, Kraft, Sieg sowie „rigion, rigium, rigum“ = Reich, Herrschaft. Archäologen und Historiker vertreten nach neuzeitlicher Beurteilung nachdrücklich die Auffassung, dass der vicus Segorigensis das heutige Worringen darstellt, welches zudem die keltischen Wurzeln des Wortlauts und die Nachweisung, wie aus Segorigum Worringen entstand, deutlich zeigt. Schon früh haben die Römer hier nachweisbare Anwesen (wie Gutshöfe - villae rusticae) errichtet. Der Fundort enthüllt durch den Inhalt der Schrift seine Gewissheit, dass Segorigum, Segorigus den heutigen Ort Worringen dokumentiert. Exakt beweisen kann man dies allerdings nicht, weshalb es sich bei dieser Annahme wiederum um eine hohe Wahrscheinlichkeit handelt. Festzuhalten ist jedoch, dass das römische Straßenwesen nicht isoliert betrachtet werden kann. So hat der Ausbau von Straßen oft in Kombination mit Koloniegründungen stattgefunden.

Beurkundung Worringens
Das spätantike und frühmittelalterliche Worringen findet in der schriftlichen Überlieferung keine Erwähnung. In einer Urkunde vom 11. August 922 (in lateinischer Schrift) des Kölner Erzbischofs Hermann I. von Bliesgau (889 bis 924, * um 870, + 11. April 924) wird bekundet, dass er den Konventualinnen des von den Ungarn zerstörten Stifts Gerresheim auf deren Bitten die Stiftskirche zu den 11.000 Jungfrauen vor den Mauern Kölns zugewiesen hat, nimmt sie in seinen Schutz, gesteht ihnen das freie Wahlrecht zu und bestätigt u.a. den Besitz der „Edila in Vuurne mansum dimidium“ (die Auslegung „Edila eine halbe Manse in Worringen“ ist eine spätere Deklination).
Urkundenstudien hierzu ergaben, dass die Urkunde kein Original ist. Sie enthält als verfälschende Nachzeichnung aus dem letzten Viertel des 11. Jahrhunderts echte und gefälschte Bestandteile, wobei die echten auf Vorlagen aus der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts zurückgehen. Außerdem wird die beigefügte Liste von Schenkungen in Ansätzen angezweifelt. So hatte der an dieser Urkunde tätige Bearbeiter aus dem Gedächtnis formuliert, wobei es zu Vereinfachungen und Ungenauigkeiten kam. Die atypische Schreibweise „Vuurne“, die in der Ortsnamensforschung keine entsprechende Analogie findet, geht dem Anschein nach auf eine fehlerhafte Abschrift der Urkunde zurück.

                                                                           

Worringen wurde erwiesenermaßen erstmals im 12. Jahrhundert beurkundet. In „Regesten“ (Zusammenstellung von Urkundenauszügen) wird die Übertragung der Worringer Vogtei des Grafen Gerhard IV. von Jülich nach seinem Tod an den Kölner Erzbischof Arnold I. von Merxheim (1138 bis 1151) auf das Jahr 1143 datiert. Mit einer Urkunde Kaiser Friedrich I. Barbarossa (* um 1123, + 1190) vom 14. Juni 1153 bekräftigt dieser auf der Reichsversammlung zu Worms, dass der Kölner Erzbischof Arnold II. von Wied (1151 bis 1156) noch als Domprobst (1127 bis 1151) von Erzbischof Arnold I. die „villa Worunch“ für 100 Mark erworben habe.


Literaturquellen
Dr. Johann Wilhelm Christian Steiner: „Codex Inscriptionum romanarum - Rheni“, Darmstadt 1837

Dr. Anton Hermann Rein: „Die römischen Stationsorte zwischen Colonia Agrippina und Burginatium“, Crefeld 1858,

veröffentlicht in „Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik“

Almanach für den Kreis Neuss 1980

Michael Rathmann: Die Reichsstraßen der Germania Inferior“, Bonner Jahrbuch, Band 204, 2004
Prof. Dr. Marcus Trier: „Zur frühmittelalterlichen Topografie von Worringen, Stadt Köln“, Berlin - Kölner Jahrbuch, 40. Band, 2007 (Direktor des Römisch-Germanischen Museums und der Archäologischen Bodendenkmalpflege der Stadt Köln)
Jahrbücher für den Rhein-Kreis Neuss 2001 (2000) und 2015 (2014) des „Kreisheimatbund Neuss e.V.“
„Antike geographische Namen nördlich der Alpen“, Gerhard Rasch, Berlin 2012
Dr. Karl-Heinz Hennen: „Geschichte der Stadt Monheim am Rhein“, Monheim 2016
Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW - „Köln, St. Ursula“, Rhein. Urkundenbuch Bd. 2 / 317 (verfälscht)
Jost Auler: „Dormagen in der Römerzeit“, Stadt Dormagen und Geschichtsverein Dormagen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Archiv im Rhein-Kreis Neuss in Zons, Archivleiter Dr. Stephen Schröder, Dormagen 2021

Abbildungsnachweise
https://de.wikipedia.org/wiki/Niedergermanischer_Limes
https://haus-buergel.monheim.de/roemisches-museum/
Historisches Archiv der Stadt Köln (HAStK)
Jost Auler, Dormagen in der Römerzeit
Steve Bödecker, Sebastian Held, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
Sonderveröffentlichung Kölner Stadtanzeiger und Kölnische Rundschau vom 28. April 2022

aus privater Sammlung

Bericht: Manfred Schmidt
heimatarchiv-worringen.de/Juni 2022


100 Jahre Eingemeindung von Worringen nach Köln Ortsführung des Heimatarchiv-Teams begeisterte Teilnehmer

Es war eine der unzähligen Ortsführungen, die das Team des Heimatarchivs in den vergangenen Jahren durchgeführt hat und nach langer Coronapause hatten Jupp Heinz und Paul Junker wieder richtig Spaß daran, einer Gruppe interessierter Bürger die historischen Begebenheiten der Eingemeindung von Worringen nach Köln vor genau 100 Jahren näher zu bringen.

Rund 40 Teilnehmer fanden sich in der „Herrlichkeit von Worringen“, so der historische Name des Fronhofs, ein und lauschten zunächst den Einführungen von Jupp Heinz und Paul Junker, die wie so oft natürlich in „dr Muttersproch“, also auf Kölsch-Platt vermittelt wurden.

Gekonnt und mit viel Witz erzählten sie über historische Begebenheiten, wie die Entstehung der Ortsbereiche wie „de Hött“ oder „de Taatsch“, oder über den Einfluss der katholischen Kirche im Ort, der seinerzeit mehr als die Hälfte des Worringer Grundbesitzes gehörte. Erst durch den Einfluss der Franzosen, änderten sich die viele Besitzstände im Ort und die Bauern und Bevölkerung wurden selbstständiger. Unzählige kurzweilige Anekdoten aus vergangenen Zeiten begeisterten die Zuhörer und nach einem kurzen Spaziergang, vorbei an Sankt Pankratius und den Gutshöfen im Ortskern, endete die Führung am ehemaligen Worringer Rathaus in der Sankt-Tönnis-Straße 85.

Hier wurde dann über Einzelheiten der Entstehung der Eingemeindungsgedanken seitens der Bürgermeister Seul (Worringen) und Dr.Adenauer (Köln) vermittelt.

In historischer Kleidung und viel Humor gelangen Jupp Heinz und Paul Junker, die in die Rollen der damaligen Bürgermeister schlüpften, ein Dialog, wie er vor 100 Jahren hätte stattgefunden haben können. Hierbei spiegelte Paul Junker gekonnt die Schlitzohrigkeit des damaligen Kölner Oberbürgermeisters, Dr. Konrad Adenauer, wider und am Ende des Dialoges wusste man, dass auch der Worringer Bürgermeister Seul schlitzohrig genug war, von der Eingemeindung nach Köln auch privat zu profitieren. Die vielen Versprechungen von damals und das was dann davon übrig blieb, war nicht allen Zuhörern bekannt und so wurde nicht nur gelacht, sondern oft auch ungläubig gestaunt. Es war so nach rund 1 ½ Stunden eine sehr gelungene Veranstaltung und die 40 Zuhörer verabschiedeten sich mit viel Beifall beim Team des Heimatarchivs.

Somit endete eine der zahlreichen Ortsführungen, die immer wieder begeisterte Zuhörer finden.

Der 14-seitige Flyer zum Thema „Wie die Worringer Kölner Bürger wurden“ ist weiterhin für lediglich 3,- € an den bekannten Verkaufsstellen und im Heimatarchiv erhältlich.

 

 

Text und Foto: Jakob Mildenberg

Worringer Heimatarchiv zu Gast im „Historischen Archiv“

Heimatarchivmitarbeiter statten Gegenbesuch in Köln ab

                                                                                                                                             

Im September 2019 war im Worringer Heimatarchiv eine achtköpfige Delegation des Historischen Kölner Stadtarchivs unter der Leitung des Stellvertretenden Archivleiters, Dr. Ulrich Fischer zu Gast.

Zu diesem Zeitpunkt war, nach dem Einsturz des Archivs im März 2009, der Neubau des Historischen Kölner Stadtarchivs noch im Bau. Mittlerweile ist der Neubau am Eifelwall/Luxemburger Straße seit Juni 2021 fertig gestellt und der 2019 versprochene Gegenbesuch konnte am 05. Mai auf Einladung von Archivmitarbeiterin Konstanze Klein vollzogen werden.

Die 14-köpfige Worringer Delegation, angeführt vom Vorsitzenden Jupp Heinz, wurde ca. 1,5 Stunden durch Teilbereiche des Gebäudes geführt und von Konstanze Klein über den Einsturz von 2009 und dem langen Weg bis zum Neubau 2021 ausführlich informiert. In den letzten zwölf Jahren wurden rund 90 Mio. € alleine in den Neubau am Eifelwall investiert, wobei die Folgekosten, vor allem personalbedingt, um ein Vielfaches höher liegen. Waren im alten Stadtarchiv noch 35 Personen beschäftigt, hiervon lediglich ein (1) Restaurator, so beherbergt das imposante Gebäude heute 190 Mitarbeiter, von denen 35 als Restauratoren dauerhaft und langfristig beschäftigt sind.

Die Besichtigung eines Arbeitsplatzes der Restauratoren und die zugehörigen Informationen, waren sehr aufschlussreich und gaben einen interessanten Einblick in die Arbeit derer, die sich mit zerstörten Dokumenten, Büchern etc. über viele Jahre beschäftigen müssen. Unter Berücksichtigung von Raumtemperatur, Raumfeuchtigkeit und in Coronazeiten jeder Arbeitsplatz abgeschirmt vom nächsten Kollegen, wird hier eine Arbeit geleistet, die den Mitarbeitern viel Präzision und konzentrierte Arbeit abverlangt, und das über einen Zeitraum, der jetzt noch nicht wirklich bestimmt werden kann.

Leider durfte in diesen Räumen, wie in den meisten Räumen des Gebäudes nicht fotografiert werden. Besonders Fotos aus diesen Bereichen wären interessant gewesen, wie auch im Zentrum des Gebäudekomplexes, dem inneren Kubus, der sich über sieben Stockwerke erstreckt. Hier werden in sieben verschiedenen Klimazonen von minus 22 Grad Celsius bis plus 24 Grad Celsius gut abgeschirmt und geschützt, die historischen Dokumente dauerhaft archiviert. Gut geschützt und abgeschirmt liegt dieser Teil des Archiv inmitten der restlichen Gebäudeteile, in denen gearbeitet wird oder auch denen, wie der Leseraum oder die Ausstellung, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Leseraum und Ausstellung können von Besuchern auf Anfrage besucht werden.

Gerne hätte die Worringer Delegation mehr gesehen, aber alleine die zahlreichen Informationen und die Dimensionen des Gebäudes haben ihre Wirkung gezeigt und die Mitarbeiter des Worringer Heimatarchivs beeindruckt. Sollte es das Worringer Archiv eines Tages nicht mehr geben, weiß man, dass die hiesigen Ausstellungstücke dann im Kölner Archiv in guten Händen sind. Hierüber wurden bereits rechtzeitig Gespräche geführt und dokumentiert, welche historischen und bedeutsamen Dinge aus Worringen dann für die Zukunft erhalten bleiben.
 Wer sich für das neue Kölner Archiv interessiert, kann das mit Hilfe der nachfolgenden Medien machen:


www.stadt-koeln.de/historisches-archiv , www.facebook.com/historischesarchivderstadtkoeln ,                                                                          

www.instagram.com/stadt.koeln , www.youtube.com/user/Koeln , www.twitter.com/Koeln

 

                                                                                                                                                       

Text und Fotos: Jakob Mildenberg