Hochkreuz auf dem Worringer Friedhof

Erinnerungsstücke vom Kirchhof Alt-St. Pankratius an der Alten Neusser Landstraße sind auf dem Friedhof Worringen am Hackhauser Weg (erstmalige Beerdigung im Oktober 1841) zum einen die steinernen Grabkreuze aus dem 16. - 18. Jahrhundert, die man an der alten Südmauer aufgestellt hat, und zum anderen das wohl aus ursprünglich nicht zueinander gehörenden Teilen zusammengesetzte natursteinerne Hochkreuz mit Kreuzigungsdarstellung aus dem 18. Jahrhundert.

Laut der „Rheinischen Dorfchronik“, Dormagen 1926, stammt das Hochkreuz aus Zons.
Tagebuch des J. Peter Delhoven aus Dormagen vom 7. April 1786:
„Heute ist der Hr. Amtsverwalter, der Hr. Voigt und Gerichtsschreiber hier. Sie sollen die von uraltersher strittige Gränzen mit den Zonser berichtigen. Auf dem Zonser Wertchen* hat ein Kreutz gestanden; ein Schiffman liesse dieses aus einem devoten Gedanken auf der Gränze errichten. Dieses Kreutz ist vor einigen 50 Jahren von da weg und vor die Worringer Kirchhofsthüre gesetzt worden. Nun sind auch die Fundamente nicht wieder zu finden.“
* Das Wertchen ist die kleine Rheininsel bei Zons.

Das Hochkreuz erhielt wohl um 1736 vor dem Worringer Kirchhofstor an Alt-St. Pankratius, die 1838 profaniert wurde, einen neuen Standplatz. Es ist danach auf den ursprünglichen Friedhofsteil von 1841 versetzt worden, vermutlich ziemlich genau dort, wo sich heute das Grabdenkmal der Familien Cremerius - Heusgen befindet. Im Rahmen einer Flächenerweiterung des Friedhofs erhielt das Hochkreuz den jetzigen Standort. Heute ist die Inschrift in den Sockelstufen, sofern diese überhaupt zum Kreuz gehören, derart verwittert, um überhaupt Anhaltspunkte gewinnen zu können.

                                                                                         

Manfred Schmidt, Oktober 2011

Literaturquellen
Toni Jägers: „Köln-Worringen in Geschichte und Geschichten“, Köln 1985
Dagmar Hötzel: „Stadtspuren Denkmäler in Köln-Worringen und Roggendorf-Thenhoven, Siedlungsgeschichte bis 1914“, Köln 2002