„Lutze Jöpp“ der letzte  Worringer Fährmann

 

Der im Volksmund „Lutze Jöpp“ genannte Josef Bachem war der letzte  Fährmann,  der die Verbindung über den Rhein zwischen Worringen und Monheim bis zum zweiten Weltkrieg aufrecht hielt. 1923 übertrug man ihm auch die Aufsicht über das städtische Strandbad am Worringer Rheinufer.     

Das seit 1806 im Familienbesitz befindliche Fährunternehmen  wurde 1906 von Josef Bachem übernommen. Während seiner Tätigkeit als Fährmann und Bademeister rettete Josef Bachem acht Menschen vor dem sicheren Tode des Ertrinkens. Er starb im Jahr 1955. Setzt man den geraden Weg zwischen dem Worringer Hafen und den Rhein-Kribben fort, gelangt man an die ehemalige Anlegestelle. Von dort wurde auf der anderen Rheinseite der  Gutshof mit Gaststätte „Ödstein“ angesteuert. Die Notwendigkeit, eine derartige Verbindung einzurichten entstand, weil einige Worringer in Monheim ihre Arbeitsstelle hatten und deshalb auf dieses Transportmittel angewiesen waren.    

In den Sommermonaten war „Ödstein“ ein  beliebtes Ausflugsziel für die ganze Familie, wobei die Bootsfahrt wohl das eigentliche Vergnügen für Groß und Klein war.
Zu Monheimer Schützen- und Turnfesten war Lutze Jöpp bis in die Morgenstunden tätig, um die Worringer von diesen Festlichkeiten abzuholen. Hierbei entstand nach altem Brauch stets folgende Zeremonie. Die  auf der anderen Rheinseite wartenden Personen riefen im Chor: „Jöpp, hohl üvver“; daraufhin  nahm Jöpp seine Flüstertüte und rief zurück: „Leck mich am Arsch, spreng drüvver“. Erst nach diesem Dialog wurde gefahren.
Anfänglich wurden die Fahrten  mit einem Ruderboot („Nachen“) und ab 1930 mit einem Motorboot verrichtet. Es fasste etwa acht Personen sowie einige Fahrräder. Das sogenannte Freibad befand sich bis 1931 neben der Anlegestelle an einem breiten Sandstrand. Es bestand aus einem mit Holzpfosten abgegrenzten Karree, auf dem eine  kleine Baracke als Verkaufsstand für Getränke stand.
Nach dem zweiten Weltkrieg bemühte sich ein Matthias Löhr („Schusters Mattes“) um eine erneute Genehmigung für eine Rheinfähre. Dieses Vorhaben scheiterte  aber an den behördlichen Auflagen. Im Jahre 1904 richtete die Gemeinde Hitdorf eine Motorfähre zwischen Hitdorf und Langel ein. 

                                                                                                                                  


Bericht:Hans-Josef Heinz /07.2005                                                                                                                                                                                                Foto:Heimatarchiv Worringen e.V.